Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 272)
- Language
- German, English, Hebrew
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272 8. Kongi-eßsitzung: Generaldebatte Organisation gesprochen hat. Die Exekutive ist nicht besser als die Organisation, die sie vertritt. Man kann von ihr keine übermenschlichen Leistungen verlangen. Aber ich schließe mich dem an, was Rubaschow gesagt hat: Wir haben in der judischen Gasse versagt, haben nicht die Führung an uns gerissen, weder bei der Sammlung für die deutschen Juden, noch in der Politik, wir haben die jüdischen Massen für den Gedanken von Erez Israel in dieser Zeit nicht wirklich gewonnen. In dieser großen historischen Stunde hat nicht dieses oder jenes Mitglied der Exekutive versagt, sondern die Exekutive als Ganzes. Das A.C. war nicht vorhanden, die ganze Organisation hat ihre Pflicht nicht erfüllt. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine politische Offensive ist die innere Konsolidierung der Zionistischen Organisation. Und ich muß das gerade jenen sagen, welche hier ganz besonders für eine politische Offensive eintreten. Man muß verstehen, daß eine Organisation im Zustande der DesOrganisierung in einem solchen historischen Moment eine große politische Aktion nicht zu führen vermag. Ich spreche hier nicht von Disziplin und will mich auf die bekannte Frage des Primats nicht einlassen; aber ich muß sagen: unsere Parteikämpfe haben einen solchen Charakter angenommen, daß es nicht mehr möglich ist, miteinander zu sprechen. Und ich muß offen sagen, daß dieses Element der Zerstörung in hohem Maße vom revisionistischen Flügel in unsere Bewegung hineingetragen wurde. Ich will kurz auf die wichtigsten Gründe dieser revisionistischen Kampfmethoden hinweisen. Ich komme aus einem Land, das den Begriff des totalen Staates geschaffen hat. Die revisionistische Partei basiert auf dem Begriff der „totalen" Partei, in dem Sinne, daß sie mit dem Anspruch auftritt, jeder, der anderer Ansicht ist, sei nicht nur ein politischer Narr, sondern einfach zionistisch und gar menschlich minderwertig. Dies war früher in unseren Reihen nicht möglich, selbst in den ärgsten Zeiten politischer Kämpfe nicht. Wir werden schwerlich zu einer einheitlichen Organisation kommen, solange es hier Parteien gibt, welche sich als Gast fühlen, welche das Unglück der ganzen Organisation nicht als ihr Unglück fühlen und welche den Totalitätsanspruch für ihr Programm erheben. Das muß gerade ich erklären, der ich in manchen politischen Fragen mit jenen Männern gegangen bin, an deren Kamp fmetho den ich diese Kritik üben muß. Neben dieser psychologischen Konsolidierung, neben dieser Bereinigung, die der Kongreß bringen muß, weil sie die Voraussetzung einer jeden politischen Aktion ist, muß sich der Kongreß auch der Reform unserer Orga?iisation zuwenden. Der sonderbare Zustand, daß es bei uns Landesverbände gibt, die fünf Prozent der Zionisten eines Landes repräsentieren, daß es eine große Zahl von Sonderverbänden gibt und daß man die Zionisten eines Landes nicht einheitlich verbinden kann, muß ein Ende finden. Ich hoffe, daß die Beschlüsse der Organisationskommission, die im Sommer in Berlin tagte, vom Kongreß ernst behandelt und zu konkreten Resultaten führen werden. Einige Worte über die Jewish Agency: Ich weiß, daß die Majorität