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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 270

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 270 (sequence 270)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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270 8. Kongreßsitzung: Generaldebatte VORS. PRÄS. MOTZKIN: Rabbi Brod hat seine persönliche Meinung ausgedrückt, und nach dieser ist die Erziehung in Palästina nicht jüdisch. RABBI BROD (fortfahrend); Dreißig Jahre arbeiten wir in den Reihen der Zionistischen Organisation. Dreißig Jahre haben wir die größten Anstrengungen und Opfer gebracht, mitzuhelfen an dem großen Werk, dessen Früchte wir jetzt Gott sei Dank sehen. Nicht selten hat man unsere heiligsten Gefühle verletzt. Wir haben alles erduldet, alles ertragen, weil wir glaubten, die Arbeit auf jüdischem Boden, die Arbeit im jüdischen Lande, die Kooperation mit allen Gruppen würden schließlich und endlich doch die Psychologie ändern, würden unsere Jugend von den schrecklichen Anschauungen befreien, an die sie sich im Galuth assimiliert hat, und sie befähigen, echt jüdisch, rein jüdisch, original jüdisch zu denken, so wie unsere Väter Jahrtausende gelebt und gedacht haben. Leider sind wir zu oft enttäuscht worden, und unser Glaube ist in dieser Beziehung erschüttert. Aber nicht wir sind schuld, sondern jener Flügel, das Zentrum, der sah und schwieg und nicht reagierte. Wir stehen jetzt vor dem Problem: Ist unsere Mitarbeit noch weiter möglich oder nicht? (Lebhafter Beifall.) Ihr wißt ganz gut, daß es bei uns ein religiöses Gewissen gibt, das uns verpflichtet, Ihr wißt ganz gut, daß unser Zionismus nicht mit Dr. Herzl beginnt und auch nicht mit Pinsker und Moses Heß. Ihr wißt ganz gut, daß unser Glaube an die Auferstehung des jüdischen Volkes nicht auf diesem oder jenem chemischen Präparat beruht, das dieser oder jener Gelehrte erfunden hat. Ihr wißt, daß unser Glaube an den Aufbau von Erez Israel Jahrtausende alt und unerschütterlich ist. Aber gerade deshalb müssen wir heute die entscheidende Frage stellen: Ist eine Kooperation mit dem Zionismus in seiner heutigen Form für das religiöse Judentum weiter möglich oder müsen wir uns andere Wege suchen? (Lebhafter BeifalL) Dreißig Jahre Arbeit haben wir in dieses Gebäude hineingelegt, und es tut uns im Herzen weh, von dieser Institution zu scheiden, die wir für so wichtig betrachten und für die wir so viele Opfer gebracht haben. Die Entscheidung aber liegt bei Euch. Wir hoffen, daß der XVIII. Kongreß zu einem Kongreß der Kooperation werden wird, ein Kongreß der Vereinigung aller jüdischen produktiven Kräfte, ein Kongreß gegenseitiger Respektierung. Der XVIII. Kongreß, der, wie Sokolow sagte, im Zeichen des Lebens, Chaj, steht, möge seine Arbeit beenden mit der großen Losung: ein Volk für unser heiliges Land, das seine Arbeit beenden wird mit dem Worte: „Am Jisrael chaj!" (Lebhafter BeifalL) Dr. GOLDMANN (Rad. — spricht jüdisch): Als Vertreter einer kleinen parlamentarischen Gruppe sind mir nur 15 Minuten zugestanden und ich muß in dieser kurzen Zeit eine ganze Reihe von Problemen behandeln. Das kann ich nur gewissermaßen stenographisch tun; ich hoffe aber, daß Sie es verstehen werden.

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