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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 269

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 269 (sequence 269)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Brod 269 und eine Antwort bekommen, in der es schwarz auf weiß heißt, die Frage der öffentlichen Arbeiten sei so wichtig, daß man auf manches verzichten müsse. Wenn es erlaubt ist, von dieser Tribüne die Zionistische Exekutive zu interpellieren, so frage ich im Namen meiner Fraktion: Wer hat der Zionistischen Exekutive erlaubt, diesem oder jenem jüdischen Postulat zuliebe auf das Recht des jüdischen Sabbath zu verzichten? Man spricht bei uns sehr viel von dem zionistischen Primat. Aber weiß die Exekutive nicht, daß für einen großen Teil des jüdischen Volkes, für die religiösen Juden, der wichtigste Primat im jüdischen Leben ,,Schma JisroeT' heißt? (Beifall.) Was ist die Folge Eures Vorgehens? Die Folge ist, daß nicht nur Arbeiter, sondern auch Kolonisten und leider auch manche bourgeoise Unternehmungen sich erlauben, den Sabbath in der gemeinsten und schrecklichsten Art zu entweihen. Ihr wißt ganz gut, daß Baratz aus Dagania in der Zeitung der Kolonie gefordert hat, den schrecklichen Sabbathentweihungen in allen Teilen des Landes ein Ende zu machen. Es ist eine traurige Erscheinung, daß alle Speisehallen, die von der Histadruth Haovdim erhalten werden, Zehntausende von Juden mit trefenen Speisen versorgen. Als ich in Erez Israel weilte, war ich in Haifa Zeuge davon, wie der Rat der jüdischen Gemeinde, der den Arbeitslosen Gratisbons auf Mittagessen gab, darüber beriet, ob es mit dem Gesetz vereinbar sei, diese unglücklichen Menschen der Sünde auszusetzen, trefe zu essen. Es gab eine Siedlung des Hapoel Hamisrachi, die nach schrecklichen Schikanen und Erniedrigungen von dem Ansiedlungsdepartement der Exekutive liquidiert wurde. Und da kam eine Gruppe des Haschomer Hazair, um ausgerechnet am Sabbath die Baracken abzureißen. Habt Ihr Worte für diese schreckliche Schande, diese Beleidigung, die Ihr den heiligsten Gefühlen des orthodoxen Judentums antut? (Zwischenruf SCHKOLNIK: Das stimmt nicht!) Wenn Gruppen der jüdischen Jugend Ausflüge veranstalten, so tun sie es gerade am Sabbath, an Feiertagen oder gar am Rosch Haschana (Unruhe). Leider beteiligen sich daran auch jene Teile der Jugend, die auf ihre Fahne das Wort „Judenstaat" geschrieben haben und die mehr Sinn und Verständnis für jüdische Heiligtümer haben müßten. Es ist eine sehr traurige Erscheinung, daß die Erziehung in Erez Israel so frei und gottlos ist, wie fast in keinem anderen Land der Welt. Ich rede nicht von dem Erziehungswerk, das der Misrachi für ein paar tausend Kinder geschaffen hat. Wir können aber nicht auf jene Zehntausende von Kindern verzichten, die in den allgemeinen Schulen erzogen werden, die keine Spur zeigen von jüdischer Erziehung, von einem Segensspruch oder Gebet und selbst nicht einmal vom Schema. ISRAEL MEREMINSKI (Arb., Erez Israel): Herr Präsident, Rabbiner Brod darf behaupten, daß die jüdische Erziehung in Palästina nicht religiös sei; darf er aber auf einem Zionistischen Kongreß sagen, sie sei nicht jüdisch?

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