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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 266

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 266 (sequence 266)
Language
German, English, Hebrew
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266 8. Koitgreßsitzung: Generaldebatte Der Vertreter der Exekutive hat in seinem Vortrag den Gedanken der jüdischen Massenpetition als Kinderei bezeichnet. Wir glauben, daß dies das einzige Mittel ist, um über den toten Punkt hinwegzukommen, um die Gleichgültigkeit der jüdischen Tragödie gegenüber zu durchbrechen, um die kollektive Anstrengung von Millionen zu mobilisieren, um alle Hände, die sich nach Palästina ausstrecken, zu einer Bewegung zu konzentrieren. Das ist der Weg der großen jüdischen Massenpetition. Es ist nicht notwendig, daß sich der Kongreß mit dieser Bewegung selbst engagiere; aber er soll sie anerkennen und soll zeigen, daß er diese Bewegung versteht. Wenn er dies aber nicht tut, so werden sich Gruppen finden, welche diese Rettungsaktion für Millionen Juden durchführen, und dann wird das jüdische Volk auch in dieser Frage über den Zionistenkongreß zur Tagesordnung übergehen (Lebhafter Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Ich muß zwei Ausdrücke des Redners aufs schärfste rügen: Das Wort „Kuhhandel", welches der Redner bereits zurückgenommen hat, und den Satz, daß das jüdische Volk über den Kongreß zur Tagesordnung übergehen werde. RABBI SAMUEL BROD (Misr., Polen — spricht jüdisch): Die Generaldebatte soll eine Diskussion über den „Din Wecheschbon" sein. Das ist ein spezifisch hebräischer Ausdruck. Dies bedeutet nicht nur einen Rechenschaftsbericht, nicht nur eine Summe von so und so viel Pfunden, die gesammelt wurden, von so und soviel Erfolgen oder Mißerfolgen, sondern es bedeutet eine gewisse Selbstkontrolle, eine Rechenschaftsablegung über die Vergangenheit, um Schlußfolgerungen für die Zukunft zu ziehen. Ich glaube, daß die gegenwärtige Periode im Zionismus am geeignetsten für eine solche Rechenschaftsablegung über die Vergangenheit ist. Das jüdische Volk erlebt jetzt eine schwere, verantwortliche Periode. Viele Zukunftsillusionen großer, einflußreicher Gruppen im Judentum sind zunichte geworden. In der heutigen schweren Zeit sind die Augen des gesamten jüdischen Volkes gegen Zion gerichtet. Das, was wir durch Agitation und Propaganda im Laufe von fünfzig Jahren nicht erreichen konnten,, haben unsere Feinde sehr schnell erreicht. Das ist vielleicht die größte Tragödie unseres Volkes, daß Mörder kommen müssen, um uns den Weg zur Renaissiance zu zeigen. Aber dies ist schon das Schicksal des Judentums seit alten Zeiten. Im Talmud heißt es: „Was achtundvierzig Propheten nicht erreichen konnten, haben Achaschwerosch und Haman durch ihre Absicht, alle Juden auszurotten und zu vernichten, erreicht". In Zeiten der Ruhe haben die großen Worte der Propheten keinen Widerhall gefunden bei den Leuten, die von einem materialistischen Geiste durchdrungen waren. Aber es kam ein schwerer, entscheidender Moment, man begann die Bodenlosigkeit zu fühlen und erinnerte sich an die alten großen Worte der Propheten. Leider ist unsere Tragödie heute noch größer. Wir haben einen Achaschwerosch und Haman, wir haben aber nicht die Propheten, die durch ihre erhabenen Worte das Volk hinreißen und ihm die messianische Idee beibringen. Gerade in der

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