Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 262)
- Language
- German, English, Hebrew
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262 8. Kongreßsitzung: Generaldebatte macht annehme, da er wichtige Konzessionen enthielte. Jetzt gesteht der Bericht der Exekutive, daß es eine große politische Lüge war, daß nichts erreicht wurde, daß die Versprechungen, die unklar waren, gegen uns ausgenützt wurden. Das ist nur einer der vielen Beweise für diese Furcht gegenüber Regierungskreisen, für die vollständige Ohnmacht, für die Impotenz, selbst ein klares und bestimmtes Nein zu politischen Dokumenten zu sagen, wo diese in krassem Gegensatz zu unseren Interessen stehen. Vor einem Jahr hat sich die Sitzung des Aktionskomitees mit dem antizionistischen, dem Mandat widersprechenden 'French-Bericht befaßt. Unsere Vertreter im A.C. haben gefordert, daß das Aktionskomitee diesen Bericht glatt, als Ganzes ablehne und erkläre, er dürfe keine Basis von Verhandlungen sein. Wiederum hat die Mehrheit Unterhandlungen beschlossen und nicht ein offenes, klares Nein gesagt. Was ist das Resultat? Man hat uns versichert, daß der French-Bericht in den Papierkorb geworfen, daß er nicht veröffentlicht werden wird. Man hat sich in Verhandlungen eingelassen. Unsere Fraktion hat verlangt, daß wenigstens die Antwort auf den French-Bericht vom A.C. selbst festgelegt wird. Man hat es der Exekutive übergeben. Wir haben gesehen, wie der Kampf geführt wurde. Das A.C. ist im August 193z auseinandergegangen und erst am 10. April 1933-hat die Exekutive der Regierung ihre Antwort übergeben. Sieben Monate hat man zu dieser Antwort gebraucht. Der totgesagte French-Bericht ist zum Leben auferstanden und wurde veröffentlicht. Und wieder wird er nicht entsprechend bekämpft. Auch bezüglich der geplanten Anleihe für die Kolonisierung der dislozierten Araber hat die Exekutive nichts getan. Während der Parlamentsverhandlungen darüber ist kein Wort des Protestes gefallen. Nur Wedgwood, das enfant terrible der offiziellen zionistischen Kreise, hatte den Mut, die Wahrheit zu sagen. Der French-Bericht droht, realisiert zu werden. Wir werden eine Resolution vorschlagen, daß der Kongreß ohne Debatte und ohne Unterhandlungen den French-Bericht als mandatswidrig verwirft. Wir verlangen auch vom Kongreß ein klares Nein in der Frage der Gesetzgebenden Versammlung. Man hat uns jahrelang zu beruhigen versucht und hat uns versichert, die Frage sei nicht aktuell. Das ist nicht wahr. Auf den zwei letzten Sessionen der Mandatskommission im November 1932 und im Juni 1933 nat ^er Vertreter der Mandatarmacht erklärt, daß die Regierung entschlossen sei, diese Versammlung einzuberufen. Wir wünschen keine gewundenen Resolutionen, sondern verlangen, daß der Kongreß der Mandatarmacht offen erkläre, daß die Juden ein solches Parlament boykottieren werden (Beifall), Der Zionistische Kongreß und die zionistische Politik können nicht zulassen, daß man ihnen einrede, alles sei in der politischen Lage befriedigend. Wir haben gehört, wie man in den zionistischen Kreisen davon sprach, mit dem Kommen des neuen Oberkommissärs Sir Arthur Wauchope beginne eine neue Epoche. Man hat mit Liebeser-