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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 258

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 258 (sequence 258)
Language
German, English, Hebrew
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258 8. Kongreßsitzung: Generaldebatte zusammengebrochen, weil der Zionismus seine Verpflichtungen nicht erfüllen kann. Wir verkünden stolz, daß Erez Israel das Land ist, wo es keine Arbeitslosigkeit gibt. Von allen Tribünen wird das verkündet, kein zionistischer Redner hat dieses Argument unausgenützt gelassen. Aber wo ist die Hand, welche der Hetze in der zionistischen Welt gegen die einzige Kraft Einhalt getan hätte, die durch gerechte Arbeitsverteilung die Garantie dafür bietet, daß es zu keiner neuen Arbeitslosigkeit komme — welche mit aller Kraft ihrer Autorität all den Hetzern zugerufen hätte: „Euer Kampf gegen die Histadruth ist ein Kampf gegen die Seele der palästinensischen Sache, der Beginn einer großen Gefahr, und deshalb hört auf damit!" (Lebhafter Beifall.) Die Diskrepanz zwischen den reichen Möglichkeiten und dem großen Ausmaß des zionistischen Werkes in Erez Israel und zwischen der Schwäche, der Abhängigkeit, der Geld-, Macht- und Initiativlosigkeit der zionistischen Bewegung in Erez Israel und der Zionistischen Organisation — diese Diskrepanz ist tragisch, nicht nur vom Standpunkt der Entwicklung in Erez Israel, sondern vor allem vom Standpunkt der Entwicklung der Bewegung in der Welt. Zionistische Führer, Hand aufs Herz: hat einer von Euch in den letzten zwei Jahren daran geglaubt, daß es einen Kongreß mit einer dreiviertel Million Wähler geben wird? Haben nicht alle in der eigenen Machtlosigkeit, in der Schwäche der Fonds und in der Schwäche der Organisation geradezu den Beweis dafür gesehen, daß es mit der Bewegung bergab gehen muß? Wenn es dennoch möglich war, eine dreiviertel Million Juden auf die Beine zu bringen, daß sie mit dem Schekel in der Hand hingehen, das jüdische Los und das Los Erez Israel zu entscheiden, so ist das wirklich nicht allein ein Trost für die Bewegung, sondern es liegt ein eigenartiger Vorwurf in diesem Vertrauen der jüdischen Volksmassen zum Zionismus. Stets antwortete das Volk, wenn man es rief. Hat man es aber gerufen? Wo war in den letzten zwei Jahren jene zionistische Bewegung, die das große jüdische Unglück, die große jüdische Hoffnung, das mächtige jüdische Aufbrausen verwertet und fruchtbar gemacht hätte, um das Bewußtsein vom jüdischen Schicksal und jüdischer Pflicht zu vertiefen, Ernst zu machen mit zionistischen Beschlüssen, ernst zu machen mit dem, was im Programm geschrieben steht? (Zwischenruf rechts: Sie reden wie ein Revisionist!) Ich kam in den letzten Monaten durch viele jüdische Städte im Osten und sah, mit welch offenem Sinn die jüdischen Massen alles aufnehmen, was aus Erez Israel kommt, mit welchem Interesse sie alles verfolgen, was in Erez Israel geschieht; jede Stadt war für mich eine neue Freude; jede Stadt — ein neuer Vorwurf. Und stärker als je fühlte ich die Wucht der verborgenen Kräfte, die in diesem Volk schlummern, wenn man njur versteht, sie zu wecken und ihnen einen Weg zu weisen zu großer, schöpferischer, befreiender Kraft. Die letzten zwei Jahre, wo sich allen die Augen über den Zionismus öffneten, waren es nicht Jahre, wo im Zionismus selbst alle Kräfte dafür verschwendet wurden, den ganzen geistigen Reichtum des Zionis-

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