Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 259)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rubaschow 259 mus zu verflachen und seine Kraft zu schwächen? Was wurde in diesen, zwei Jahren zusammengeredet gegen nationales Kapital, gegen Arbeit, gegen Chaluzim, gegen Keren Kayemeth und Keren Hajessod, gegen Histadruth, gegen die schöpferische Kraft des Pioniers, gegen die große aufopferungsvolle Arbeit, die in Erez Israel geleistet wird! Wurden nicht die besten Kräfte darauf vergeudet, um das Volk des großen nationalen Reichtums unserer Pionierarbeit, der Ideen von Arbeit und Chaluz, die die Seele der klassischen Zeit der zionistischen Weltbewegung bilden, zu berauben? Was Wunder, daß an Stelle der Idee der Streit kam? Was Wunder, daß der Kampf innerhalb des Zionismus ungeheure Formen angenommen hat? Der Fluch des nationalen Dichters hat sich erfüllt: „Die Mesusa ist in Eurem Herzen unrein geworden und Teufel tanzen dort herum." Auf dem Boden der geistigen Verarmung hat sich im Zionismus ein Teufelstanz von Parteireibungen und Parteistreitigkeiten entwickelt. Genossen, Freunde, Gegner und Feinde, die in diesem Saale sitzen! Ihr kennt das Herzl-Wort: „Der Zionismus ist der Staat unterwegs". Jedenfalls ist er die konzentrierte Bewegung für die Wiederherstellung des Landes als Heim für das ganze jüdische Volk. Als eine Bewegung, die das gesamte Volk heranziehen will, haben wir keine Angst vor Partei- und Klassengegensätzen. Wir kennen genug Streitigkeiten in unserer Geschichte. Es wird sicher in der zionistischen Bewegung keine Idylle geben bis zu jenem Tag der großen Verbrüderung in Erez Israel und der ganzen Welt. Wir schrecken nicht vor inneren Streitigkeiten zurück. Aber alles muß seine Grenzen haben. Und gerade, weil wir eine freiwillige Bewegung und Organisation sind, müssen diese Grenzen mit aller Schärfe durch Takt und Reinheit gewahrt werden. Wer unter uns wünscht nicht, wir mögen eines Morgens die Augen öffnen und sehen, daß der ganze böse Alpdruck, die wüsten Träume, die Verdächtigungen, das Unglück und die Beschuldigungen zunichte geworden sind? Wer unter uns wünscht nicht, daß sich eines Tages herausstelle, daß unser zionistisches Lager rein ist? Was wird aber sein, wenn diese Gewißheit verschwindet? Sicher ist nationale Einheit erforderlich! Aber wir standen schon einmal auf der Schwelle Palästinas, bevor noch ein Staat im Lande war. Wir waren da auch ein „Staat unterwegs." Und die „Aeltesten und Richter" haben viel dazu getan, um das Volk zu einer Einheit zusammenzuschließen. Aber als eines Tages in einem Dorfe Giva ein Unglück und eine Schandtat geschah, das Unglück und die Mordtat an der „Pilegesch begiva", fühlten sich die Richter verpflichtet, einen ganzen Stamm aus dem jüdischen Lager zu entfernen (Beifall). Nachher suchte man nach Mitteln, damit nicht ein ganzer Stamm vernichtet werde. Als aber die Reinheit der Nation es verlangte, fanden die Richter den Mut, die Operation vorzunehmen. Zionistenkongreß! Werdet Ihr den Mut haben, wenn die Zeit gekommen ist? (Beifall.) Und wenn diese Operation — möge sie sich als unnötig erweisen! — wird vorgenommen werden müssen, um eine Krankheit aus dem zionistischen Körper zu entfernen, werdet Ihr dann die Kraft haben, die Fahne des reinen Zionismus wieder hochzur 17*