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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 257

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 257 (sequence 257)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8664-3484814
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Schmorak, Rubaschow 257 großen Aufgaben zu lösen, welche unsere Generation vorbereitet und bisher nur sehr unzulänglich gelöst hat (Lebhafter Beifall). SALMAN RUBASCHOW (Arb., Südafrika — spricht hebräisch): Es scheint, daß auf diesem Kongreß die Generaldebatte mehr aus Klagen einer Partei über die anderen besteht und daß der Gegenstand fehlt, gegen den die Kritik gerichtet ist. Die Wellen der Kritik gehen nicht hoch, es fehlt der Fels, an dem sie anschlagen. Man war gewöhnt, die Kritik auf Personen zu konzentrieren. Daher das viele Gezänke in unserer Polemik. Es wäre Pflicht eines Zionistischen Kongresses, in dieser Stunde, die schicksalsschwer ist für die Zionisten, für das ganze Judentum, ja für die ganze Menschheit, sich Rechenschaft zu geben über den Stand der Bewegung. Die Bewegung selbst muß auf die Anklagebank kommen, wir selbst müssen uns unsere Sünden eingestehen. Die Tragik des heutigen Zionismus liegt in der Divergenz, die zwischen der Größe der zionistischen Schöpfung und der Schwäche des zionistischen Schöpfers besteht. In Palästina herrscht Prosperity. Es gibt große wirtschaftliche Möglichkeiten. Die Einwanderung ist im Vergleich zu den früheren Jahren ganz gewaltig. Es gibt einen mächtigen wirtschaftlichen Aufschwung. Ganz Erez Israel ist erfüllt von Energie, von der Initiative einzelner Menschen, ganzer Gruppen und Kollektiven. Die zionistische Bewegung hingegen ist gelähmt und machtlos. Das nationale Kapital hat sehr geringe Kraft für Initiative, die nationalen Fonds verbluten, große Möglichkeiten der Kolonisation gehen verloren, weil der Zionismus arm ist, ohne Initiative und ohne Energie. Große Massen gehen nach Palästina. Wir haben fast eine Masseneinwanderung. Es ist ein großes Jagen nach intensiver, lukrativer Landwirtschaft, nach Pflanzungen. Die Gefahr der Einseitigkeit der Wirtschaft droht. Man vernachlässigt die wichtigsten, aber entsagungsvollen Gebiete der Landwirtschaft, die zionistische Bewegung ist tatenlos und rührt sich nicht. Wo ist die Hand, die dafür sorgt, daß der Fluch der Bodenspekulation, die am jüdischen Jischuv zehrt, verschwindet, die mit Kraft und Autorität verhindert, daß die Gefahr sich weiterverbreite? (Beifall-) Wer offene Augen hat, wer sich nicht scheut, den Dingen ins Antlitz zu schauen, der muß sehen, wie über die Gassen von Tel Aviv wieder der Schatten jener schweren Gefahren geht, welche wir im Jahre 1927 durchlebt haben. Wo ist die zionistische Hand, die diese Gefahren vertreibt? Es kommt eine große jüdische Einwanderung. Aus der Bewegung Einzelner, Vereinzelter, ist eine Massenbewegung geworden. Jugend kommt ins Land aus verschiedenen Teilen der Welt, und für diese Jugend muß kulturell gesorgt werden, daß aus ihr eine Einheit werde. Ein mächtiger Umbildungs- und Vereinheitlichungsprozeß muß zum Zusammenschluß und zur Schaffung eines organischen Ganzen führen. Und gerade jetzt, da dieser Prozeß uns vor großen Gefahren retten müßte, ist die kulturelle Tätigkeit der Organisation lahmgelegt und 17

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