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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 255

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 255 (sequence 255)
Language
German, English, Hebrew
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Schmorak 255 lahmen Kongreß und eine schwache Exekutive haben. Mit Koalitionen und Kompromissen kann man vielleicht Ressorts verteilen, aber keine wirkliche Leitung schaffen, welche schöpferische Politik und weitausholende Planwirtschaft im Aufbau für das ganze Volk durchführt. Der gegenwärtige Zustand ist fast das Gegenteil normaler Verhältnisse in unserer Organisation und deshalb blicken wir mit großer Besorgnis in die Zukunft. Das politische System unseres rechten Flügels, die Art der Erziehung der revisionistischen Jugend, diese blinde Disziplin für das Kommando und völlige Disziplinlosigkeit gegenüber der Organisation, dieser lärmende Phrasenkampf statt einer produktiven politischen Arbeit, dieses Führerprinzip und die 'Neigung, Argumente durch Gewalt zu ersetzen, führen uns zu einem vollkommenen Verfall der Freiheit, der Demokratie unserer Bewegung und der geistigen Regsamkeit unserer Jugend. Wir lehnen diese Richtung entschieden ab. Ihr Bestand als Fraktion in unserer Organisation muß von einer vorbehaltlosen Disziplin und Anerkennung der Autorität des Kongresses und seiner Organe abhängig gemacht werden. Wir machen aber auch kein Hehl daraus, daß uns gewisse Bestrebungen, die von der linken Seite des Kongresses kommen, mit großer Sorge erfüllen. Dort wird ein Zustand angestrebt, es werden Entwicklungen vorbereitet, welche den Interessen einer großen zionistischen Volksbewegung, wenn sie alle Teile des Volkes umfassen und alle moralischen und materiellen Kräfte unseres Volkes im Dienst des Palästinaaufbaues mobilisieren soll, widersprechen. Die Arbeiterpartei hat bei den Wahlen zum XVIII. Zionistenkongreß einen großen Sieg davongetragen. Aber die Arbeiter selbst wissen doch am besten, daß das Bild des Kongresses weder dem politischen noch dem sozialen Bilde des jüdischen Volkes in den Galuthländern entspricht. Es entspricht auch nicht dem Bilde der zionistischen Bewegung, wenn man nicht •nur den Schekel, sondern die gesamten zionistischen Leistungen berücksichtigt. Stellen Sie sich nur einmal vor, daß Sie beim nächsten Kongreß noch bessere Wahlpropaganda machen werden und noch mehr Schekalim verteilen werden und auf diese Weise die überwiegende Majorität des Kongresses erreichen. Wohin soll das führen? Glauben Sie im Ernst daran, daß Sie die Macht besitzen, gegen die große Majorität des jüdischen Volkes lediglich mit der Macht des Kongresses Palästina so zu bauen, wie es Ihnen das sozialistische Programm vorschreibt? Sehen Sie denn nicht ein, daß es für das Gleichgewicht in unserer Bewegung und im Jischuv notwendig ist, daß das politische Bild des Kongresses und des Waad Leumi der sozialen Schichtung des jüdischen Volkes adäquat ist, wenn wir die Prinzipien der Demokratie und Freiheit aufrechterhalten wollen? Warum wollen Sie denn nicht anerkennen, daß die Sozialdemokratie in keinem Lande, wo sie die politische Macht hatte, in der Lage war, ihr Programm durchzuführen, es sei denn im Wege des bolschewistischen Systems? Hören wir doch, was Otto Bauer über die Niederlage der deutschen Sozialdemokratie sagt: „Im Jahre 1929 standen die Sozialdemokraten an der

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