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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 254

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 254 (sequence 254)
Language
German, English, Hebrew
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…/3476254-3476290--8661-3484811
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254 8. Kongreßsitzung: Generaldebatte darunter viel weniger gelitten als der Keren Hajessod. Denn beim Keren Hajessod sind die Ursachen nicht nur die Wirtschaftskrise in der ganzen Welt, sondern zum großen Teil auch die politische Krise. Es hat einmal in der zionistischen Bewegung einen Streit darüber gegeben, ob der Keren Hajessod nur „Bedingungen" oder auch „Dinge" schaffen soll. Bevor der Keren Hajessod gegründet wurde, hat sich die Majorität der Bewegung für eine direkte landwirtschaftliche Kolonisationstätigkeit, für den direkten Sanitätsdienst ausgesprochen. Durch die einseitige Wirtschaftspolitik, welche von unserem linken Flügel entscheidend beeinflußt war, haben wir den weitaus größten Teil des Keren Hajessod für die Schaffung von „Dingen" und nur einen verschwindenden Teil der Schaffung von „Bedingungen" .gewidmet. Das war unser großer Fehler, ein Fehler unserer einseitigen Wirtschaftspolitik. Wenn wir eine neue Zone des Landes wirtschaftlich erschließen wollen, so sind wir sicher gezwungen, auch Kolonien zu gründen. Wenn wir aber in einer einzigen Zone des Landes eine große Anzahl von Kolonien gründen und damit den Keren Hajessod auf Jahre hinaus mit Schulden überlasten, gleichzeitig aber die Gründung einer Agrarbank, einer Industriebank oder anderer Institutionen, die der allgemeinen Entwicklung des Landes dienen sollen,, vernachlässigen, dann können wir nicht hoffen, daß alle Teile des jüdischen Volkes unserem Volksschatz jene Liebe und Opferwilligkeit entgegenbringen, welche wir alle wünschen würden. Die Folge davon ist, daß wir die weiteren Zonen aus Mangel an Kapital nicht erschließen können, und ich fürchte, wenn wir heute wiederum bedeutende Mittel zur Verfügung hätten, wir würden dieselben wirtschaftspolitischen Fehler machen, die wir begangen haben. Der Spezialfond für die Ansiedelung deutscher Juden wird sicher die allgemeine Zustimmung des Kongresses finden. Ich kann es mir ersparen, seine Notwendigkeit und Dringlichkeit zu begründen. Diese Aktion muß jedoch auf eine sehr kurze Zeit beschränkt werden, wenn wir nicht alle anderen kolonisatorischen und finanziellen Mittel im Dienste des ganzen Volkes auf Jahre hinaus gefährden wollen. Die zeitliche Beschränkung dieser Sammelaktion ist auch durchaus begründet in den psychologischen Voraussetzungen und Bedingungen, welche ihr zu Grunde liegen. Schwere Probleme und große Aufgaben lasten auf unserer Bewegung und auf dem XVIII. Kongreß. Wir werden nicht in der Lage sein, diesen Aufgaben gerecht zu werden, wenn wir unsere besten Kräfte weiterhin für den inneren Kampf vergeuden. Wir können unseren Gegnern in der feindlichen Welt um uns kaum etwas für sie Angenehmeres und 'Erfreulicheres bieten, als das gegenwärtige Bild unserer inneren Zerrissenheit. Wir sehen nur eine Möglichkeit, "diesen Krankheitszustand zu überwinden, und das ist die Wiederherstellung jener Lage, wo der Allgemeine Zionismus den Schwerpunkt und die breite Basis unseres parlamentarischen Lebens, unserer Politik und Wirtschaftspolitik gebildet hat. Solange das politische Gleichgewicht unseres Kongresses und der ausführenden Organe ein labiles bleibt, werden wir einen

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