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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 251

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 251 (sequence 251)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Schmor ak 251 Das wirtschaftlich arg bedrohte jüdische Volk, welches in den Ländern der jüdischen Massensiedlung und der politischen Not geradezu darauf brennt, die junge Generation nach Palästina verpflanzen zu können, versteht nicht und kann nicht verstehen, daß die Tore Palästinas entgegen den Wirtschaftsmöglichkeiten und Wirtschaftsbedingungen nicht geöffnet werden. Die Abschnürung des Zuwachses der jüdischen Bevölkerung und des Zuflusses jüdischen Kapitals trifft das jüdische Volk sehr schwer und macht uns eine planmäßige Leitung der Immigration und des Aufbaues unmöglich. Diese Politik der Mandatarmacht lastet schwer auf unserer Bewegung, denn sie hindert uns daran, alle Möglichkeiten der Entwicklung des Landes auszunützen. Wir können natürlich mit einer solchen Politik nicht einverstanden sein und werden uns immer gegen einen Zustand auflehnen, der unsere Rechte aus dem Mandat angreift oder einschränkt. Wir fordern von der Mandatarmacht eine Einstellung und ein politisches System, das uns volle Freiheit gewährt bei der Arbeit an der Entwicklung und wirtschaftlichen Erschließung, bei dem Bestreben, die Aufnahmsfähigkeit des Landes zu erweitern, aber wir verlangen auch, daß die von uns erreichten Resultate der Landentwicklung dem jüdischen Volke voll und ganz zugutekommen. Wir müssen die Möglichkeit haben, jene vergrößerte Aufnahmsfähigkeit des Landes und jene neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten, welche jüdische Arbeit und jüdisches Kapital im Lande geschaffen haben, in den Dienst der neuen jüdischen Immigration zu stellen. Es ist nach unserer Auffassung und nach Sinn und Inhalt des Mandates Pflicht der Mandatarmacht, uns in dieser Beziehung nicht nur keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen, sondern unsere Bestrebungen nach jeder Richtung hin zu fördern. Wir müssen leider feststellen, daß dies nicht geschieht, daß im Gegenteil Versuche unternommen werden, dem jüdischen Volke die Früchte dieser Entwicklung des "Landes vorzuenthalten. Die Beziehung der Mandatarmacht zu der Frage der jüdischen Kolonisation in TZransjorcLinien, die Beschränkungen des Bodenkanfes, welche in der Pächterschutzverordnung enthalten sind, zusammen mit .den Maßnahmen, von welchen hier bereits früher die Rede war, ergeben eine Politik der Mandatarmacht, die mit einer Erleichterung der Realisierung der Balfour-Deklaration nichts gemeinsames hat. All das kann nicht unter den Begriff einer aktiven Mandatspolitik subsumiert werden. Wir sind Gegner jener Richtung in der zionistischen Bewegung, welche Zukunftsideale als praktische politische Forderungen formuliert oder politische Maßnahmen verlangt, die der Wirklichkeit keine Rechnung tragen, aber der gegenwärtige Zustand ist für keinen Zionisten erträglich. So lange unsere im Mandate verankerten Minimalforderungen nicht erfüllt sind, kann ein wirkliches Vertrauen zur Mandatarmacht nicht wiederkehren. Es ist leider Tatsache, daß unsere innerzionistische Zerklüftung unsere politische Front nicht gerade stärkt und unseren Forderungen jene Kraft nimmt, welche eine einheitliche und geeinte Bewegung ihnen zu verleihen imstande wäre. Gerade in den Zeiten großer Wirtschaft-

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