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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 252

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 252 (sequence 252)
Language
German, English, Hebrew
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252 8. Kongreßsitzung: Generaldebatte licher Möglichkeiten in Palästina und angesichts der in der neuesten Geschichte beispiellosen Tragödie unserer deutschen Brüder brauchen wir diese einheitliche zionistische Front mehr denn je. Sonst bleiben die großen Möglichkeiten unausgenützt. Aber diese Einigkeit brauchen wir nicht nur für unsere außenpolitischen Ziele, sondern ebensosehr und vielleicht in noch höherem Maße für die Lösung wirtschaftlicher und finanzieller Probleme, welche eine Vorbedingung für das weitere Wachstum des jüdischen Jischuv in Palästina bedeutet. Der Zufluß von jüdischem Kapital, und zwar von jüdischem privatem Kleinkapital nach Palästina ist im steten Wachsen begriffen. Dieser Prozeß wird noch längere Zeit fortdauern und könnte wirklich große Dimensionen annehmen, wenn wir in der Lage wären, durch eine große und systematisch angelegte Investitionsplanwirtschaft diesem Kapital den Weg aus den Tresors der Ranken in das Wirtschaftsleben zu zeigen und zu ebnen. Es gibt große und produktive Nutzungsmöglichkeiten für das jüdische Kapital und für die jüdische Arbeit, vor allem in Palästina selbst, aber auch die unmittelbaren Nachbarländer und die dort vorhandenen Nutzungsmöglichkeiten für jüdisches Kapital müssen als palästinensisches Wirtschaftsproblem einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise in Europa und Amerika dürfte es viel leichter sein, Palästina, welches doch das Einfallstor des großen asiatischen Hinterlandes bildet, einer wirtschaftlichen Entwicklung entgegenzuführen. Ueber alle die Probleme haben wir noch nicht einmal ernsthaft gesprochen, geschweige denn etwas Wesentliches unternommen. Wenn aber die Weltkrise vorüber ist, dann hört möglicherweise die Wanderung des Kapitals nach Palästina auf und wir haben alle Möglichkeiten unausgenützt gelassen, die vor uns lagen. Wir haben eine Zeitspanne vor uns, deren Dauer niemand voraussagen kann. Wenn wir sie in großzügiger Art für Palästina verwenden, können wir Grundlagen einer neuen, kaum geahnten großen Entwicklung für die Massen des Volkes schaffen. Es hat nicht den Anschein, daß diese große Arbeit von unserer Organisation geleistet werden wird. Die einseitige Wirtschaftspolitik, die wir seit Jahren treiben, hat bewirkt, daß der Einfluß unserer Organisation und der Exekutive fast auf den Nullpunkt gesunken ist, soweit es sich um wirtschaftliche Entwicklungen handelt. Aus diesem Grunde verlieren wir auch die nationale Kontrolle über die Wirtschaft. Für die Entwicklung der Klein- und Mittelindustrie haben wir sehr wenig geleistet. Bis auf den heutigen Tag verfügen wir in Palästina nicht über eine mineralogische Versuchsanstalt und über ein technologisches Institut, welche die notwendigsten Pfadfinder der Industrie im Lande sein sollten. Die Möglichkeiten der industriellen Entwicklung des Landes sind für die Industriellen, die gern ins Land kommen möchten, vollkommen dunkel und unerforscht. Wir müssen unsere Wirtschaftspolitik im Lande nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in der Industrie und vielleicht auch im Handel der Struktur des nach Palästina wandernden Kapitals anpassen. Wir haben mit der

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