Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 241)
- Language
- German, English, Hebrew
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Großmann 241 hat sich die Lage verändert. Der High Commissioner ist anders geworden. Wir nehmen eine Offensive der Administration gegen unsere Positionen wahr. Die Palästinaverwaltung hat unsere Pläne in Transjordanien gestört. Man hat gegen uns Steuern eingeführt. Und der French-Bericht wird allmählich durchgeführt werden. Der neu aufgetauchte Parlamentsplan ist leider der Plan des heutigen High Commissioner. Es muß die Aufgabe des Kongresses sein, von dieser Tribüne zu erklären, daß wir den stärksten politischen Widerstand leisten gegen das Parlament, gegen einseitige Steuern, gegen das ganze System, das allmählich in der Politik der Regierung Platz greift. Der Kongreß kann zu diesen Dingen nicht schweigen. Wir fürchten, daß Ihr (nach links gewendet) das bisherige System beibehalten wollt. Deswegen müssen wir offen erklären, daß wir jedes parlamentarische System in Palästina boykottieren, daß es keine Kooperation mit der Regierung geben kann, wenn sie sich gegen unsere Interessen wendet. Ich weiß ganz genau, daß wir schwach sind in Erez Israel, zu schwach, um die Reformen durchzusetzen, die wir für nötig halten. Aber wir sind stark genug, um diese Mittel und gesetzgeberischen Vorschläge, die gegen uns gerichtet sind, nicht zuzulassen. Vor zwei Jahren haben wir hier für eine Resolution gekämpft, die das Endziel des Zionismus formuliert. Wieviel Witze haben wir darüber gehört! Man sagte uns, das sei nicht notwendig, es sei schädlich, nicht Ausdruck des wirklichen Zionismus. Ich glaube, daß sich beim heutigen Kongreß nach dem Zusammenbruch des deutschen Judentums keine Hand dagegen erheben wird, wenn wir erklären sollen, daß die Antwort auf unser Problem Judenstaat und nur Judenstaat heiße. Dieser Kongreß muß groß sein, muß alle Kleinlichkeiten von sich weisen. Er muß jedem Juden zu verstehen geben, daß der Zionismus die Antwort auf sein Problem ist. Jeder Jude muß wissen, daß auf diesem Kongreß Menschen sitzen, die für das ganze Volk ein Heim, einen Staat vorbereiten. Es kann nur einen Zionismus geben, einen Großzionismus. Die zionistische Antwort auf die Judenfrage ist die Judenstaats-Antwort. Man hat unsere klare Deutschland-Resolution abgelehnt und statt dessen eine unklare angenommen. Wenn wir nun eine neue Resolution über die Ziele der Zionistischen Organisation einbringen, so hoffe ich, daß wir jetzt bei Ihnen mehr Verständnis, mehr Echo und mehr Unterstützung finden werden. Ich wende mich der Frage der Alija zu. Es ist überflüssig, allgemeine Deklarationen für eine freie Alija zu machen. Ich will keine Partei verdächtigen, sie habe nicht den Willen, daß große Massen in Palästina einwandern. Aber im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten, die wir haben, müssen wir uns hüten, zuzulassen, daß die Einwanderung auf Grund parteiischer Interessen vor sich gehe. Ben Gurion hat gesagt, er wolle den Primat der chaluzischen Alija. Ich hasse das Wort Primat, ob es sich um die Frage der Disziplin einer Partei gegenüber der Organisation oder den Primat des Klassenkampfes oder der Alija handelt. Das ist nicht der Weg. Wir müssen allen Juden die Möglichkeit der Einwanderung nach Erez Israel geben. Wir müssen 16