Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 240)
- Language
- German, English, Hebrew
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240 7- Kongreßsitzung: Generaldebatte de hören!). Wir demokratischen Revisionisten werden gegen jeden Versuch kämpfen, die demokratischen Grundlagen der Zionistischen Organisation zu erschüttern. Aus diesem Grunde haben wir uns auch von unseren Freunden getrennt, weil Versuche gemacht wurden, die Grundlagen der Demokratie und der Zionistischen Organisation zu erschüttern. Für uns existiert die Zionistische Organisation als das einzige und höchste Instrument der Zusammenarbeit sowohl in schlechten als auch in guten Zeiten, in Zeiten des Aufschwungs und des Niedergangs. Zu allen Zeiten gibt es für uns nur die eine souveräne Zionistische Weltorganisation (Beifall). Ich empfinde bei dieser Gelegenheit die Notwendigkeit, im Namen unserer Fraktion und im Namen der Wähler zu erklären, daß für uns die Beschlüsse von Calais nicht mehr existieren, welche wir aus guten Motiven des Friedens und um der Einigkeit willen seinerzeit gefaßt haben. Wir haben versucht, mit dem besten Willen diesen Weg zu gehen und gleichzeitig in der Organisation und außerhalb zu sein. Wir erklären heute feierlich, daß es für jeden Zfionisten und Demokraten nur einen Platz gibt, und das ist die Zionistische Organisation. Man hat mich gefragt, warum wir eigentlich zu diesem Kongreß gekommen sind. Welchen Sinn hat es, auf dem Kongreß zu reden, wo es nur scharf getrennte Fraktionen gibt, Gegner, fast Feinde, auf einem Kongreß, der aufgeteilt ist wie Kabinen auf einem Schiff? Ich weiß, daß es ungefähr so ist, aber doch nicht ganz so. Wir glauben, daß hier genug Kräfte sind, bei denen unsere Worte ein Echo finden. Und es gibt auch außerhalb des Kongresses, in Polen, in Litauen, in Amerika große jüdische Massen, welche auf unsere Stimmen hören, die Barrieren zerbrechen und einmal Menschen schicken werden, welche auf dem Boden der Zusammenarbeit stehen und den Weg dazu finden. Unsere Aufgabe auf dem Kongreß ist es, unsere Position klarzumachen, zu sagen, woran der gewöhnliche Zionist denkt. Er denkt nicht ans Präsidium, nicht an Rache, er hofft, daß wir alle gemeinsam einen neuen Weg und neue Formen finden werden. Freilich, was wir heute hier gehört haben, steht dem entgegen. Der Führer der größten Partei, Ben Gurion, hat i1^ Stunden von Kapitalismus und Sozialismus gesprochen. Wir haben weder in seiner Rede, noch in der Grünbaums ein Echo jener Probleme gefunden, die die jüdische Gasse bewegen. Wir haben kein Wort gehört von der politischen Lage, von der Gefahr des Parlaments, vom French-Bericht. Es war keine Spur einer heiligen Unruhe zu merken. Glaubt Ihr vielleicht, wir seien eine Akademie? Seid Ihr nicht besorgt wegen des Schicksals des Zionismus? Es gab hier keine Vorschläge, keine konstruktiven Wege. Herr Grünbaum, wir wissen, wohin Sie dieser Weg führt! Jeder, der in Palästina war und die Presse liest, sieht, daß die politische Lage in Erez Israel schlecht ist. Vor einem Jahr haben wir auf der Sitzung des A.C. einen optimistischen Bericht von Arlosoroff gehört, bei der Tagung war eine gute Stimmung, und wir haben einstimmig einen Beschluß gegen den French-Bericht gefaßt. Seit damals