Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 237)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grünbaum 237 fluß zionistischer Ideale, zionistischer Ziele, von dem Gedanken der Chaluziuth durchdrungen. Diesen Menschen haben wir den Chaluzgeist zu verdanken, der unsere jüdischen Massen zu beeinflussen beginnt, ihnen haben wir die große und wunderbare chaluzische Tat zu danken, die sie in Erez Israel vollbracht haben. Schon Ben Gurion hat es heute gesagt, aber ich als ein Mensch, der nicht zu seinem Lager gehört, der nicht das Glück hatte, vor 28 Jahren zusammen mit ihm und seinen Genossen jenem kleinen Häuflein von Menschen anzugehören, die nach Erez Israel gingen, die ausgelacht wurden und lange, lange Jahre verwaist dastanden — ich will es hier unterstreichen: diese Jugendschar und die nach ihr kamen, sie haben uns gerettet und unser Werk in Erez Israel (Lebhafter Beifall), sie haben uns und die zionistischen Bestrebungen vor einer tragischen Katastrophe gerettet, weil sie den arbeitenden Menschen in Erez Israel geschaffen, weil sie uns den jüdischen Arbeiter gegeben haben, der sich an die Maschine und an die Pflugschar gestellt hat (Stürmischer Beifall). Dadurch wurde die entscheidende Antwort auf die Frage gegeben, auf die wir so lange nur in unserem Glauben eine Antwort finden konnten, die Antwort auf die Frage, ob wir das Land in Besitz nehmen werden. Denn ein Land nimmt man nicht in Besitz mit politischen Traktaten, selbst nicht mit siegreichen Kriegen, mit Artillerie, Bomben und Aeroplanen, ein Land auf ewig in Besitz nehmen, in Besitz nehmen durch Menschen, die mit diesem Lande verwurzeln und verwachsen, kann man nur durch Arbeit und abermals nur durch Arbeit (Stürmischer Beifall, Unruhe). Früher verstanden dies alle Zionisten. Es gibt einen tiefen Zusammenhang zwischen den zionistischen Bestrebungen und denen der Haskala-Bewegung, die sich durch Verherrlichung der Arbeit auszeichnete. Einst verstanden alle Zionisten ohne Ausnahme, daß die Verwirklichung des Zionismus unmöglich ist ohne Aenderung der Struktur des jüdischen Volkes, ohne daß die Basis unserer Volksexistenz die Arbeit und der arbeitende Mensch wären (Lebhafter Beifall), Leider befinden sich jetzt bereits Gruppen unter uns, welche diese zionistische Thora, die man bei Pinsker und Heß, bei Herzl und Achad Haam finden kann, vergessen haben. Sie konstruieren Gegensätze und verschärfen sie auf künstliche Weise, sie schaffen so den Zustand eines dauernden inneren Krieges (Zwischenruf: Sie haben damit begonnen!), sie, die heute kommen und sagen, Klassenkampf sei die größte Gefahr, sie sind es, die zum Klassenkampf hetzen (Beifall) und in ihrer Naivität glauben sie, auf dem Rücken dieses künstlich verschärften Klassenkampfes politische Karriere machen zu können (Beifall, Unruhe). Sie wollen sich ein Sprungbrett schaffen aus diesem Klassenkampf, der in unser Leben nicht von links hereingetragen wurde, sondern von rechts (Stürmischer Beifall). Geehrter Kongreß, ich lebe in einem Lande, in dem sich um die Alija ein großer Kampf entsponnen hat. Oft schon sprach ich zu zionistischen Massen von diesem Kampf. Man will Väter und Mütter gegen Söhne und Töchter, den Mittelstand gegen die Chaluzim ausspielen,