Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 229)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schwarzbart, Berlin 229 Völkern hinweist, daß die Mitte zum Tode verurteilt ist. Die Analogie stimmt nicht. Wir sind keine Zwangsorganisation und wir haben eine ganz andere soziale Struktur als die anderen Völker. Die Zionistische Organisation hat es notwendig, ein starkes Zentrum zu bilden, damit das Gleichgewicht zwischen den Flügeln hergestellt wird. Das ist unsere Hauptrolle auf dem Kongreß und nach dem Kongreß. Wir haben durch die Ermöglichung der Wahl des Präsidiums bewiesen, wie wichtig der Weltverband ist. Wir wollen unsere Bewegung und den Aufbau Erez Israels entgiften vom Parteien- und Klassenkampf. Das ist unser Ziel und dazu werden wir konkrete Anträge stellen (Lebhafter Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Der Vertreter der Revisionisten hat das Wort (Zwischenruf: Wer?) Das weiß ich nicht. DAVID MOWSZOWICZ (Rev., Polen): Ich habe im Namen der Revisionisten zu erklären, daß der Vertreter der Revisionisten einstweilen abwesend ist. VORS. PRÄS. MOTZKIN: Diese Erklärung kann ich nicht zur Kenntnis nehmen. Ein Vertreter einer Partei kann nicht abwesend sein. Es ist aber möglich, daß nun eine andere Partei an die Reihe kommt (Rufe von den Bänken der Revisionisten: Mittagspause!). Das Wort erhält Rabbi Meir Berlin, im Namen des Misrachi. RABBI MEIR BERLIN (Misr., Amerika — mit Beifall empfangen, spricht hebräisch): Ich glaube, daß die Zeit gekommen ist, in der man erkennen sollte, daß man heute nicht dieselben Reden , halten kann, die man alle zwei Jahre bei jedem Kongreß gehalten hat. Wir haben eine erschreckende Verarmung der Juden in der ganzen Welt zu verzeichnen, die in gewissem Grade zu einem großen Aufschwung des zionistischen Gedankens und des Aufbaus von Erez Israel führt. Wir befinden uns in einer schweren Krise, und es hängt von uns Juden und Zionisten ab, ob wir unter dieser Krisis zugrunde gehen oder ob wir aus ihr positive Resultate holen wollen. Jede Krisis hat ihre negative und ihre positive Seite. Die negative Seite besteht darin, daß wir an Energie, Geld und Arbeitsmöglichkeiten und oft auch an Mut verarmen. Die Lage, die in der letzten Zeit in der ganzen Welt entstanden ist, hat nicht nur ein so armes und schwaches Volk wie uns, sondern auch viel größere und stärkere Völker entmutigt. Die Krisis hat aber auch ihre positive Seite. Diese liegt darin, daß der größte Teil des jüdischen Volkes die Unhaltbarkeit des Galuth erkannt hat. Es haben nicht alle die positive Seite des Judenstaates, des Zionismus und des Aufbaus Erez Israels erkannt, aber die negative Seite des Galuth wurde bereits von allen erkannt. Wir stehen daher jetzt vor einer viel schwereren und wichtigeren Aufgabe als vorher. Wenn wir uns vorher mit einer geringen Anzahl von Juden zu befassen hatten, die nach Erez Israel auswanderten, so haben wir uns jetzt nicht mit Hunderten und Tausenden von Leuten, sondern mit vielen Zehntausenden zu befassen. Dies erschwert selbstverständlich unsere Aufgabe. Und von diesem