Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 222)
- Language
- German, English, Hebrew
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222 7. Kongreßsitzung: Generaldebatte schaft. Wir sind an der Existenz einer gesunden Wirtschaft interessiert und wollen, daß sie sich entwickle. Wir können keinen Kampf führen, um sie zu zerstören. Der kann nicht unsere Sache sein. Wir wollen, daß die jüdische Arbeiterschaft in Erez Israel und die jüdische öffentliche Meinung das wissen. Ein Wort über die nationale Arbitrage: Wir sind für die höchste Stufe nationaler Disziplin, und wir sind dafür, daß die nationale Gemeinschaft das volle Recht habe, die Wirtschaft zu regulieren und in allen wirtschaftlichen Beziehungen zu entscheiden. Wenn der Kongreß darauf eingeht, dann werden wir die ersten sein, welche die Hand dazu reichen. Aber wir geben uns keinen Illusionen hin. Wir wissen, daß ein großer Teil der Unternehmer das nicht will und nicht durchführen wird, wir wissen, daß wir das private Kapital auch dann nicht kontrollieren könnten, wenn die Arbitrage durchgeführt würde. Es wird sich nicht unterwerfen. Dabei haben wir noch keinen Staat und keine Regierung. Selbst wenn wir sie hätten, würde es kaum gelingen, die Privatwirtschaft zu kontrollieren. Jetzt ist es ganz unmöglich. Als Zionisten und als Arbeiter sind wir mit unserem ganzen Sein an der schnellen und ruhigen Entwicklung der jüdischen Wirtschaft als materieller Basis unserer nationalen Existenz interessiert. Wirtschaft ist ein Mittel, die Existenz des Volkes zu erhalten, und die Arbeiter, die in dieser Wirtschaft leben, sind wenigstens ein Teil dieses Zweckes. Und wenn jene, die von nationaler Arbitrage reden, aber in ihrer ganzen Praxis in Erez Israel die nationale Disziplin brechen, und selbst jene, die es ehrlich meinen, etwa glauben, sie könnten damit einer Seite., dem Arbeiter, die einzige Möglichkeit nehmen, seine Rechte zu verteidigen, so halten wir es für unsere Pflicht, zu sagen: Wir werden darauf nicht eingehen, wir werden unsere Hand keinem Klassenfeind reichen, der dem Arbeiter die einzige Möglichkeit nehmen will, durch Organisierung und kollektives Handeln sein Recht als Arbeiter und Mensch zu verteidigen. Wir verzeichnen mit großer Genugtuung, daß die wichtigsten privatwirtschaftlichen Unternehmungen in Erez Israel einen Weg harmonischer Zusammenarbeit oder wenigstens eine Verständigung mit uns gefunden haben. Und das sind nicht jene, die Privatinitiative gepredigt, sondern die etwas dafür getan haben, Ruthenberg, Nescher und noch viele andere. Sie haben den Weg und die Sprache gefunden, wie man durch ein gegenseitiges Übereinkommen einerseits die Interessen der Wirtschaft, anderseits das Recht der organisierten Arbeiterschaft auf minimale Lebensbedürfnisse sichern kann. In diesem Weg der Schaffung eines Übereinkommens zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sehen wir die wirksamste Möglichkeit zur Erreichung einer friedlichen Entwicklung unserer Wirtschaften Erez Israel, soweit dies heute überhaupt möglich ist. Noch eine Bemerkung zu einer Frage, die vielleicht nicht zu diesen aktuellen Problemen gehört, doch aber zu den wichtigsten Fragen Erez Israels und des Zionismus. Ihr werdet Euch nicht wundern, wenn ich damit unser Verhältnis zur Religion meine. Das jüdische Volk ist auch in diesem Punkte verschiedener Meinung, und auch die Träger des jüdischen nationalen Willens sind in diesem Punkte durch tiefe Meinungs-