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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 220

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 220 (sequence 220)
Language
German, English, Hebrew
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220 J. Kongreßsitzung: Generaldebatte Einwanderung sehen wir eine notwendige Voraussetzung für die Verwirklichung des Zionismus. Wir kennen, wie wenige in diesem Saal, den Drang der jüdischen Massen nach Erez Israel. Wir stehen ihnen viel näher, sind wir doch Blut von ihrem Blut und Fleisch von ihrem Fleische, Kinder der verarmten hoffnungslosen jüdischen Massen. Aber wir haben nie das Spiel mit billigen demagogischen Versprechungen aufgeführt und werden es nie spielen und so tun, als ob schon der XVIII. Kongreß dem jüdischen Volk einen fertigen Staat oder wenigstens eine baldige hunderttausendköpfige Einwanderung nach Erez Israel geben könne. Denn bei allem Verständnis für diesen Drang nach Erez Israel kommen für uns doch in erster Reihe nicht die Interessen von Einzelnen oder Gruppen, sondern die Interessen des Aufbaues und der Verwirklichung. Und diese verlangen in erster Reihe chaluzische Ali ja, die bereit ist, sich mit Leib und Leben in den schweren Dienst der Aufbauarbeit zu stellen und dem jüdischen Volk sein Land zu schaffen. In diesem Primat der Chaluziuth sehen wir die einzige Antwort, den einzigen Weg zur Ermöglichung einer großen Masseneinwanderung nach Erez Israel. Wir glauben daran, weil wir es in Erez Israel schon gesehen haben. Uns und den Jungen und Mädchen, die vor dreißig und zwanzig und zehn Jahren nach Erez Israel kamen, folgten nach wenigen Jahren ihre Väter und Mütter. Und gerade wir, die mit unserer ganzen Seele nach einer großen Masseneinwanderung lechzen, verlangen eine Chaluz-Alija, denn die gewaltigen potenziellen Möglichkeiten des Landes bedürfen der ungeheuren Anstrengung mächtiger jüdischer Arbeitermassen, um in die Wirklichkeit umgesetzt zu werden. Ein Wort über eine Frage, die schon jahrelang im Judentum und im Zionismus tobt, die Frage von Arbeit und Kapital in Erez Israel. Über diese Frage wird jetzt eine schärfere Diskussion im Zionismus entbrennen, infolge der Zusammensetzung des Kongresses, die nach meiner tiefsten Überzeugung kein Zufall, sondern historische Notwendigkeit ist, entsprungen den Entwicklungstendenzen der zionistischen Bewegung. Es sei mir eine kurze Bemerkung gestattet, die den Kongreß als solchen nicht angeht. Wir sind Sozialisten, nicht neunundneunzigprozentige, sondern hundertprozentige Sozialisten, weil wir an keine Sache glauben können, die nicht echt und ganz, nicht hundertprozentig ist. Wir sind Sozialisten und daher nicht der Ansicht, daß Menschen über Eigentum herrschen sollen. Der Arbeiter ist nicht für die Maschine geschaffen, sondern die Maschine für den Arbeiter. Wir glauben nicht, daß die Menschheit in Klassen gespalten sein wird, wir vertrauen auf die. menschliche Würde. Für uns ist Nationalismus und nationale Bewegung keine falsche Münze, für uns gibt es keine privilegierten Teile des Volkes, sondern für uns existiert nur eine Gesamtheit des Volkes, das gleich sein muß in seinen Rechten und in dem es keine privilegierten Klassen geben darf. Wir sind Sozialisten, vielleicht darum, weil wir Kinder des jüdischen Volkes und dazu erzogen sind, die großen universalen menschlichen Ideale ernst zu nehmen, jene Ideale, welche in den größten Schöpfungen des jüdischen Volkes von Jahrtausenden verkörpert sind. So wie wit die großen nationalen Hoffnungen unseres Schrifttums ernst nehmen

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