Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 216)
- Language
- German, English, Hebrew
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216 y. Kongreßsitzung: Generaldebatte nismus, nicht nur als unseren Sieg, daß das Prinzip der Arbeit zum höchsten moralischen Prinzip im Jischuv und im Zionismus geworden ist. Wir als Zionisten, als Gesandte des jüdischen Volkes, werden auch in Zukunft unseren Kampf um die große ethische, soziale und menschliche Würde der Arbeit im Volksleben und in der Erziehung der neuen jüdischen Generation führen, die unser historisches Schicksal bestimmen und den Zionismus verwirklichen wird. Wir wollen ihr die Erkenntnis beibringen, daß sie in der Arbeit ihre höchste Lebensfrage sehe, wir wollen die Arbeitserziehung der jüdischen Massen und der jüdischen Jugend zur Grundlage der nationalen Erziehung machen (Beifall). Wir kämpfen nicht nur für die Würde der Arbeit, sondern auch für das Recht der Arbeit und der Arbeiter. Als wir nach Palästina kamen, wurden die Arbeiter, sowohl die jüdischen als auch die nichtjüdischen, als Fremde betrachtet. Und wir hatten den Weg auszukosten, den Achad Haam in so krassen Worten geschildert hat: Knechte im jüdischen Lande. Wir jungen jüdischen Kinder kamen voll Enthusiasmus und Begeisterung für Erez Israel in unser eigenes Land, dem Galuth, der Verachtung und der Fremdheit entflohen, wir kamen in jüdische Kolonien, die wenigstens jüdische Namen trugen, und auf einmal sahen wir zu unserem peinlichen Erstaunen, daß wir in Erez Israel Fremde, Parias sind und daß uns keine Rechte in dem neuen Palästina gegeben werden, das wir aufbauen wollen und für das die Besten unserer Kameraden nicht nur ihren Schweiß, sondern auch ihr Blut hergegeben haben. Wir kamen nach Erez Israel und fanden anstelle einer jüdischen Gemeinschaft zwei verschiedene Klassen: eine Klasse von Bürgern in Erez Israel und uns, eine zweite Klasse von Fremden und Machtlosen. Und wir begannen den Kampf um jüdische Rechte in eigenem Lande, auf jüdischem Boden. Wir werden diesen Kampf mit allen unseren Kräften fortsetzen, nicht nur, weil dies ein Gebot unseres sozialen Gewissens, unserer Menschenwürde ist, sondern weil dies das Gebot des Zionismus und der Grundgedanke des jüdischen nationalen Bewußtseins ist, daß wir ein Heim für alle Juden und nicht nur für eine Gruppe Privilegierter aufbauen wollen. Wir führten einen Kampf gegen jedes Klassenprivileg, dagegen, daß die Juden, die keine Pardessim haben, sondern nur von eigener Arbeit leben, ihrer Rechte beraubt werden. Diesen Kampf haben wir geführt und wir werden ihn mit allen Kräften fortsetzen. Das ist der Kampf für die ethische Reinheit nicht nur des Sozialismus, sondern auch des Zionismus (Beifall). Die Verleugnung der vollen Gleichberechtigung aller Juden in Erez Israel bedeutet nicht nur einen moralischen Fleck auf unserer Arbeit in Erez Israel, sondern auch eine politische Gefahr für die Juden in anderen Ländern. Wir werden den Kampf dagegen führen, daß sich in Erez Israel rechtlose Juden, Juden zweiten Ranges, befinden. Und wenn Sie dies als Klassenkampf bezeichnen, so erklären wir, daß wir auf diesen Klassenkampf stolz sind und ihn auch in der Zukunft fortführen werden (Beifall). Erez Israel muß aut jüdischer Arbeit errichtet sein, die Arbeit muß dort geachtet werden, der jüdische Arbeiter muß ein vollberechtigter, ein gleicher Bürger in der neuen Volksgemeinschaft sein, die in Erez Israel geschaffen wird (Beifall). Wir haben erklärt, daß der einzige Weg, auf dem man für die Verwirk-