Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 215)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ben Gurion 215 Palästina entgegen. Im Lande gibt es ein ungeheures Reservoir von billigen Arbeitern, und wir kennen kein Beispiel in der Weltgeschichte, daß Immigranten mit großen kulturellen Bedürfnissen, mit hohem kulturellem Niveau unter Arbeiter mit geringen Bedürfnissen gekommen wären. Würde es sich um eine gewöhnliche Immigration handeln, die durch Zufall entstanden ist, dann hätte unmöglich dieses Wunder geschehen können, das mit den ehernen Gesetzen der Ökonomik, des wirtschaftlichen Lebens im Widerspruch steht. Der bewußte revolutionäre Arbeiter, der viel teuerer ist, hätte keinen Platz unter den Arbeitern mit kleinen Bedürfnissen gefunden. Besondere Eigenschaften mußten am Werke sein, um dieses Wunder zu bewirken. Die jüdische Arbeiterschaft ist zur führenden Kraft in Erez Israel geworden und ist bestimmt, in der Zukunft die führende Kraft im ganzen Volke zu sein, weil diese Arbeiter nicht ins Land kamen, um für sich Geld zu machen, sondern als Abgesandte des Volkes mit einer großen historischen Mission nach Erez Israel gingen, aus der großen historischen Not heraus und mit der großen historischen Aufgabe, ein Land zu bauen und nationale Selbständigkeit für die Zukunft zu schaffen. Diese Kraft der nationalen Mission der jüdischen Volksbewegung hat es bewirkt, daß aus den wenigen Abgesandten, die vor zwanzig Jahren ins Land gekommen sind, nach und nach große Arbeitermassen wurden, die es auf sich genommen haben, nicht nur der subjektiven Schwierigkeiten von seiten der Arbeitgeber, sondern auch der objektiven Schwierigkeiten von seiten Erez Israels Herr zu werden. Sie haben die Kraft der ökonomischen Gesetze gebrochen und das Wunder der jüdischen Arbeit auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens im Lande geschaffen. Unser Kampf um die jüdische Arbeit hat große Erfolge aufzuweisen, aber er ist noch nicht zu Ende. Im Namen der 40.000 organisierten Arbeiter in Erez Israel und im Namen der Viertelmillion zionistischer Wähler in der ganzen Welt erkläre ich hier, daß wir diesen unseren historischen Kampf um die jüdische Arbeit mit all unserer Kraft ohne Verzicht und ohne Kompromiß fortsetzen werden. Es ist nicht ein Kampf um jüdische Arbeit allein, sondern ein Kämpf um die Seele unserer Bewegung, um unsere Hoffnung in Erez Israel, die einzige Hoffnung der großen jüdischen Massen der ganzen Welt. Gewiß haben die Fabrikanten, die Händler, die Handwerker einen Platz im Aufbau des Landes, aber sie allein könnten in Erez Israel nur eine kleine jüdische Minderheit schaffen. Für die großen Massen, für Millionen Juden in aller Welt gibt es nur eine einzige Hoffnung, die, daß sie nach Erez Israel kommen, um dort von ihrer Hände Arbeit zu leben. Das ist die Grundlage unserer Renaissance. Wir kämpfen aber nicht nur für die jüdische Arbeit an sich, sondern wir haben auch zu kämpfen für die Würde der Arbeit und die Rechte der arbeitenden Menschen, die erniedrigt und beleidigt worden sind. Früher galt die Arbeit als eine Schande, als ein Zeichen der Knechtschaft. Man behandelte den Arbeiter nicht wie einen Menschen. Zusammen mit dem Kampf für die Arbeit kämpfen wir auch für die soziale Würde der Arbeit im Leben des Volkes. „Der Stein, den die Bauherren verachteten, er wurde zum Grundstein!" Und wir betrachten es als den großen Sieg des Zio-