Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 205)
- Language
- German, English, Hebrew
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Ussischkin 205 Jugoslawien, Frankreich, Schweiz und noch einige andere Länder. Demgegenüber gibt es auch Rückschläge, die im allgemeinen nicht groß sind; aber ein Land gibt es, wo die Einnahmen im letzten Jahr um 40 Prozent gesunken sind und das sind die Vereinigten Staaten. Es gibt viele Gründe für die Vernachlässigung des K.K.L. in unseren Reihen. Die Hauptursache ist, daß mindestens 90 Prozent der Zionisten kein Verständnis haben für das nationale Unglück, daß wir keinen Boden haben. Über alles spricht man, über jeden neuen Erfolg freut man sich; für unsere Ohnmacht im Bodenerwerb gibt es kein Verständnis und keine Sorge. Wenn sich die Probleme der Organisation von Tag zu Tag verschärfen, um wie viel mehr tut es diese wichtigste Lebensfrage des Palästinaaufbaues! Der zweite Grund: Ich glaube, daß dem schlechten Zustand unserer Organisation die übertriebenen Parteiinteressen die Krone aufsetzen durch die Vernachlässigung des K.K.L. Alle Parteien, ohne Ausnahme, haben besondere Interessen, besondere Aktionen, denen sie alle ihre Kräfte widmen, und erst, wenn diese Interessen gewahrt sind, geben sie den Rest ihrer Kräfte dem K.K.L. Auch die Partei, die dem K.K.L. aufs treueste ergeben ist und hier sitzt (weist auf die Bänke der Arbeiterpartei), ist von diesem Fehler nicht frei. Jede Partei sollte ihre besten Kräfte für die K.K.L.-Arbeit zur Verfügung stellen und dann erst für andere Interessen. Das Ergebnis für den K.K.L. wäre dann ein weit besseres. Was unsere Baalebatim anbelangt, deren Partei auch ich angehöre, so scheinen sie schon ganz von der Arbeit für den K.K.L. befreit zu sein. Sie geben zwar Geld, und manchmal sehr viel, aber arbeiten, von Haus zu Haus gehen, das tun nur ganz wenige. Noch weiter rechts, im Misrachi, wirft man dem K.K.L. vor, daß auf seinem Boden der Sabbath entweiht werde. Leider ist das wahr. Wenn dem aber so ist, so muß unser ganzer geistiger Einfluß aufgeboten werden, um das abzustellen. Das ist unsere heilige Pflicht. Was hat das aber mit der Erlösung des Bodens zu tun? Andere Parteien wieder, die sich bei der Bodenverteilung benachteiligt fühlen, erklären dem Keren Kayemeth den Boykott. Und jene Partei, die am weitester! rechts sitzt, hatte keine Bedenken, aus dem K.K.L. seine Büchsen zurückzuziehen. Wie soll unter solchen Bedingungen gearbeitet werden? Es wäre noch viel zu sagen über das sonderbare Verhältnis der Zionisten zum K.K.L., den ihr alle lobt und verherrlicht; nur eine Tatsache sei hier erwähnt. In Warschau gab es ein aus allen Fraktionen zusammengesetztes K.K.L.-Direktorium für Polen. Die ganze Beschäftigung dieses Direktoriums bestand in ständigen Konflikten und Kämpfen, bis wir uns gezwungen sahen, das Direktorium aufzulösen und einen kommissarischen Verwalter einzusetzen. Es wäre noch verständlich gewesen, wenn der Streit um die Verwendung der K.K.L.-Gelder gegangen wäre. Daß aber aus Parteiprestige der K.K.L. leiden soll — das konnten wir nicht verstehen. Ich bitte daher den Kongreß um Annahme der Resolutionen, die ich jetzt verlesen werde. 1. Der XVIII. Zionistenkongreß verlangt von allen zionistischen Parteien und Organisationen und von allen ihren Mitgliedern, die Arbeit für den Keren Kayemeth