Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 203

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 203 (sequence 203)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8610-3484760
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

U ssischkin 203 Ich frage mich oft, ob wir, die Mitglieder der Zionistischen Organisation, des Zionistischen A.C. und der Exekutive und alle, die sich uns für den Aufbau des Landes angeschlossen haben, ob wir uns überlegen, wo wir auf diesem Gebiete in Erez Israel stehen. Im Lichte dieser Lage ist vielleicht alles, was wir jetzt tun, nur ein Kinderspiel. Wenn es jemanden unter Ihnen gibt, der glaubt, daß wir Erez Israel ohne Lösung der Bodenfrage werden aufbauen können, so soll er es klar sagen, und wir werden diesem Kinderspiel der Erlösung des Bodens ein Ende setzen. Möge er uns offen und klar sagen: Wir werden Erez Israel in der Form von einigen Städten auf Grund von Industrie, Handel und freien Berufen errichten und wollen den Traum von der Erlösung des Bodens und der Schaffung von Bauern und landwirtschaftlichen Arbeitern in Erez Israel aufgeben. Wenn aber niemand den Mut hat, mit einer solchen Ansicht hervorzutreten, und wenn Sie den elementaren Grundsatz verstehen, daß das Hauptunglück der jüdischen Nation in der ganzen Welt darin bestand, daß sie keinen Boden unter ihren Füßen besaß und daß wir in Erez Israel zu eigenem Boden und zur Produktion auf diesem Boden gelangen müssen, so müssen Sie eine Antwort auf die Frage suchen, wie Sie sich die Lösung vorstellen, wenn in den letzten zwanzig Monaten, den Monaten der sogenannten Prosperity, durch die Privatinitiative und die Bemühungen des Keren Kayemeth insgesamt 44.000 Dunam erworben wurden, was doch eigentlich nichts und gar nichts bedeutet. Im Laufe der fünfzehn Jahre nach dem Kriege haben wir von der Regierung keinen einzigen Dunam Regierungsboden bekommen. Sogar in Bezug auf die Böden, die wir mit unserem Gelde erworben haben, hat uns die Regierung große Schwierigkeiten bereitet, die uns viel teueres Geld und auch Blut kosteten. Jeder Kauf, mochte er auch noch so klein sein, hat sich durch lange Jahre hingezogen. Und wenn es unter uns noch Optimisten gibt, die glauben, daß es ihnen gelingen wird, mit Hilfe von Resolutionen Regierungsböden zu bekommen, so ist nun als Antwort der Bericht von French gekommen und zusammen damit die Mitteilung, daß ein Teil der Anleihe, die von der Bevölkerung Erez Israels und zum größten Teile von der jüdischen Bevölkerung wird getilgt werden müssen, für die Ansiedlung von Arabern verwendet werden wird. Diese Antwort sollte auch unseren größten Optimisten die Augen öffnen. Ich will damit nicht sagen, daß wir unseren Kampf um unsere Rechte auf Regierungsböden nicht mit aller Aktivität fortsetzen sollten. Wir haben aber aus dem Referat von Prof. Brodetsky, der doch sehr vorsichtig bei seinen Äußerungen ist, vor einigen Tagen gehört, wie gefährlich der French- Bericht und die Stellungnahme der Regierung in der Bodenfrage für uns ist, und er hat die Absicht der Exekutive kundgetan, mit allem Nachdruck dagegen zu kämpfen. Wenn ihr über diese Frage nur diskutiert und sonst nichts tut, dann wehe uns! Die Vorschläge von French und über die Verwendung der Anleihe werden nicht nur den arabischen Fellachen, sondern auch den Effendis, den Großgrundbesitzern zugute kommen. Was für Perspektiven in Bezug auf Erwerb von Böden werden dann für uns bestehen? Wenn man nun ins andere Extrem fällt und hofft, die Privatinitiative

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.