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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 201

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 201 (sequence 201)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Hoffmann, Goldmann 201 die Debatte über die deutsche Frage zu eröffnen. Wir sind überzeugt, daß nur so unsere Beziehung deutlich genug zum Ausdruck kommen wird, nicht nur dazu, was in Deutschland geschieht, sondern überhaupt zum aggressiven Antisemitismus. Wir glauben, daß die Delegierten für unseren Antrag stimmen und nicht darüber mit einer leeren Formel oder mit der bloßen Verlesung der Resolutionen hinweggehen werden. Denn das müßte die Welt enttäuschen, es wäre ein Beweis, daß der Kongreß nicht imstande ist, das Problem zu lösen, sondern davor kapituliert und den Rückzug vor dem aggressiven Antisemitismus antritt (Beifall). In der vollen Überzeugung, daß alle Delegierten für unseren Antrag stimmen werden, nenne ich Ihnen als unseren Redner Vladimir Jabotinsky (Lebhafter Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN: Herr Doktor Hoffmann, ich mache Sie darauf aufmerksam, daß Sie nur zur Geschäftsordnung sprechen können und einen Redner erst dann zu nennen haben, wenn Ihr Antrag angenommen wird. DR. JAKOB HOFFMANN: Ich appelliere an den Kongreß, für den Antrag zu stimmen und die Debatte über die deutsche Frage zu eröffnen (Lebhafter Beifall). Dr. NAHUM GOLDMANN (Rad., A.C. — spricht jüdisch): Ich spreche hier im Namen der großen Majorität der Kommission, die an der Abfassung der Resolution gearbeitet hat. Es ist sehr leicht, aus einer Entrüstung heraus, die wir alle teilen, die jeder von uns nicht weniger stark empfindet als Sie und Ihre Freunde, Herr Doktor Hoffmann, mit einer großen Geste eine öffentliche Diskussion zu verlangen; aber wenn das Aktionskomitee es für nötig gefunden hat, eine Kommission einzusetzen, welche die Diskussion über das ganze Problem durchzuführen hatte mit dem Zweck, eine möglichst einheitliche Stellungnahme zu erzielen, so liegt der Grund darin, daß wir alle fühlen, daß wir nicht nur die Pflicht haben zu protestieren, sondern auch als das eigentliche Parlament des jüdischen Volkes die Verantwortung tragen für das ganze jüdische Volk, in dem das deutsche Judentum inbegriffen ist. Aus diesem Verantwortungsgefühl heraus hat die Kommission nach ausführlicher Behandlung des Problems beschlossen, daß nach den großen Referaten des Präsidenten der Organisation, sowie Dr. Ruppins, und nachdem alle Gesichtspunkte in den drei Resolutionen ihren klaren Ausdruck gefunden haben — und keine Rede kann diese Gesichtspunkte klarer machen als es die Resolutionen tun — die Abstimmung ohne Debatte erfolgen soll. Größere Parlamente als wir es sind, haben sich in historischen Momenten mit einem einheitlichen Staatsakt begnügt und auf eine Diskussion verzichtet (Beifall). Folgen wir diesem Beispiel und nehmen wir die vorgelegte Resolution an (Lebhafter Beifall, Zwischenrufe). Bei der Abstimmung wird der Antrag Dr. Hoffmann auf Eröffnung der Debatte mit 240 zu 43 Stimmen abgelehnt. Als der Vorsitzende das Ergebnis der Abstimmung mitteilt, machen die Revisionisten erregte Zwischenrufe, einige von ihnen -pfeifen. Starke Unruhe im Saal. Dr. Hoffmann will die revisionistische Resolution begründen, erhält aber mit Rücksicht auf die Ablehnung der Debatte vom Präsidenten nicht das Wort.

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