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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 193

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 193 (sequence 193)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8600-3484750
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Ruppin 193 wohner ins Land bringt, bringt mit ihnen neue Energien und neue Fachkenntnisse auf dem Gebiete der Industrie. Es ist erstaunlich, mit welchem Spürsinn die Einwanderer alle Möglichkeiten herausfinden, Waren, die bisher aus fremden Ländern nach Palästina importiert wurden, in Palästina selbst herzustellen, angefangen von der Herstellung eines Nagels bis zur Herstellung eines Autoomnibusses. Die Warenimportliste Palästinas ist eines der am meisten studierten Bücher in Palästina. Jede Woche werden kleinere oder größere Unternehmungen gegründet, welche importierte Waren durch Produkte Palästinas ersetzen. WIEVIEL DEUTSCHE JUDEN NIMMT PALÄSTINA AUF? Nun müssen wir natürlich im Auge behalten, daß Palästina nicht nur für die deutschen Juden da ist, sondern daß die Tore Palästinas auch für die Juden aus anderen Ländern offen bleiben müssen. Es ist schwer zu sagen, welche Proportion die deutsche Einwanderung unter der Gesamteinwanderung Palästinas einnehmen darf, ohne die Interessen der Juden aus anderen Ländern, die nach Palästina einwandern wollen, zu beeinträchtigen. Eine Voraussage in Ziffern ist auch deshalb schwierig, weil es in der Natur der Dinge liegt, daß die Prosperität, die jetzt in Palästina herrscht, auch einmal von einer Periode der Stagnation oder der Depression abgelöst werden kann. Schließlich hängt die Aufnahmefähigkeit für deutsche Einwanderer auch davon ab, welche Mittel sie nach Palästina mitbringen werden und welche Mittel die Judenheit der Welt dafür aufbringen wird. Darüber läßt sich etwas Bestimmtes heute nicht sagen. Ich muß deshalb alle diejenigen enttäuschen, welche gehofft haben, daß ich für die Aufnahmefähigkeit Palästinas für deutsche Einwanderer eine bestimmte Zahl innerhalb einer bestimmten Zeit nennen werde. Ich muß mich darauf beschränken, zu sagen, daß Palästina voraussichtlich einen sehr beträchtlichen Teil — ein Viertel, ein Drittel, vielleicht sogar die Hälfte — der 200.000 deutschen Auswanderer im Laufe einer bestimmten Zeit — fünf, acht oder zehn Jahre — wird aufnehmen können. Wir werden die Auswanderung nach Palästina selbstverständlich nur denjenigen Juden erleichtern, die nach Palästina gehen wollen. Auswanderer, die glauben, daß für sie in anderen Ländern bessere Aussichten bestehen, sind selbstverständlich völlig frei, sich ein anderes Land zu wählen. Für die Aufnahme der gesamten 200.000 Einwanderer werden außer Palästina andere Länder auch aus dem Grunde mit in Betracht gezogen werden müssen, weil sich die Auswanderung aus Deutschland schwerlich auf eine Anzahl von Jahren gleichmäßig zerlegen läßt. Alle diejenigen, die in Deutschland ihre Einnahmen völlig verloren haben, können nicht einige Jahre warten, sondern müssen sofort die Möglichkeit zur Auswanderung haben. Erst wenn dieser erste Run vorüber ist, werden sich die übrigen Auswanderer auf eine Reihe von Jahren verteilen lassen. Mir scheint es deshalb notwendig, damit die Einwanderung nach Palästina nicht überstürzt, sondern in geordneten Bahnen verläuft, daß von vornherein auch die Auswanderung in andere Länder ermöglicht wird.

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