Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 191

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 191 (sequence 191)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8598-3484748
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ruppin 191 entwickelt und modernisiert hat und daß hierin große Möglichkeiten für eine neue Einwanderung liegen. Ich habe als Vorsitzender einer Kommission zur Ansiedlung deutscher Juden in Palästina in der letzten Zeit die Ansiedlungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft genauer untersucht. Die Kommission hat sich zu diesem Zwecke mit dem Jüdischen Nationalfonds, mit der Kolonisationsabteilung der Exekutive der Jewish Agency, mit der P.I.C.A., mit den bestehenden Pflanzungsgesellschaften usw. in Verbindung gesetzt und hat außerdem Sachverständige aus allen Zweigen der Landwirtschaft gehört. Die Kommission wird die Schlußfolgerungen, zu denen sie gelangt ist, in Kürze in. einer Broschüre veröffentlichen. Es hat sich nach dem Bericht des Leiters der Kolonisationsabteilung der Jewish Agency herausgestellt, daß in den schon bestehenden landwirtschaftlichen Siedlungen oder auf Böden, die für neue landwirtschaftliche Siedlungen zur Verfügung stehen, für etwa tausend Familien Platz ist. Hiervon können 725 Familien sich als Einzelsiedler ansiedeln und 275 in Kvuzoth als Mitglieder aufgenommen werden. Die Siedlungen, in welchen diese tausend Familien untergebracht werden können, liegen im Emek Jesreel, im Jordantale und in der Küstenebene. Während bei der Ansiedlung im Emek Jesreel und im Jordantale die Form der Wirtschaft die gemischte Wirtschaft ist, in welcher die Milchwirtschaft die Hauptrolle spielt, ist bei der Ansiedlung in der Küstenebene der Orangenbau der Hauptzweig der Wirtschaft. Die Kosten der Siedlung betragen in der gemischten Wirtschaft für die Ansiedler, die als Mitglieder in eine Kvuza eintreten, 400 Pfund, für die Einzelsiedler in den Moschavim 600 Pfund. Die Siedler in der Küstenebene, welche bei einer Gesamtfläche von 20 Dun am auf acht bis zehn Dunam Orangen pflanzen sollen, brauchen dazu ungefähr 1000 Pfund. Außer diesen Siedlern ist noch die Ansiedlung von einigen hundert Familien in der Nähe von Haifa auf den Böden des Jüdischen Nationalfonds in der Form einer vorstädtischen Siedlung in Aussicht genommen. Hierbei soll der Siedler aus der Wirtschaft seinen eigenen Bedarf an Gemüse, Geflügel, Eiern, Milch und Milchprodukten decken und im übrigen seinen Lebensunterhalt aus seiner städtischen Beschäftigung ziehen. Für solche vorstädtische Siedlung würde ein Kapital von 300 bis 400 Pfund genügen. Die Siedler, welche die Form der gemischten Wirtschaft wählen, müssen durchwegs noch in jugendlichem Alter stehen und imstande sein, alle landwirtschaftlichen Arbeiten selbst zu verrichten. Diejenigen Einwanderer, in deren Wirtschaften der Orangenbau an erster Stelle steht, können ihre Wirtschaft selbst oder durch eine der bestehenden Pflanzungsgesellschaften einrichten. In denjenigen Fällen, in denen der Siedler selbst jung und arbeitsfähig ist oder einen jungen und landwirtschaftlich vorgebildeten Sohn hat, wird die erstere Form manche Vorzüge haben, weil der Siedler und seine Familie dann sofort sich auf dem Platze der Siedlung niederlassen kann. In anderen Fällen wird die Anlage der Wirtschaft besser durch Vermittlung einer Pflanzungsgesellschaft erfolgen und der Siedler wird erst dann seine Wirtschaft übernehmen, wenn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.