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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 185

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 185 (sequence 185)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8592-3484742
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Sokolow, Rwprpin 185 gemeinsamen Volksinteresses, einheitliche Arbeit jüdischer Gemeinden auch auf wirtschaftlichem Gebiete aus der Kraft einigender Solidarität, das ist die unmittelbare Aufgabe, die dem Weltjudentum bevorsteht. Die Leidenstage werden alles, was sie kosten, wert sein, wenn sie es vermögen, unserem ganzen Volke die Schuppen von den Augen zu reißen und es zu belehren, den Kern der Tragödie zu erfassen und demgemäß zu handeln. Die gesteigerte Not sei ein Ansporn zur Sammlung und Vereinigung aller unserer Kräfte. Sie soll alle unter Zions Banner vereinigen, soll auch die Gleichgültigen und Mattherzigen begeistern. Dann dürfen wir getrost in die Zukunft blicken und die Stunde der Not als Stunde der Wiedergeburt preisen. Deshalb müssen wir stark sein und unseren matten Willen aufrichten können. Auch von diesem Standpunkt sind Zionistenkongresse notwendig, denn von ihnen soll ein suggestiver Einfluß nach allen Richtungen Zions und der Diaspora ausgehen. Die jetzige Lage heischt gebieterisch den Zusammenschluß des jüdischen Volkes. Je größer und geschlossener unsere Organisation ist, um so größer und stärker wird auch das Verantwortungsgefühl derer sein, die für sie zu sprechen und zu fordern haben. Bewahren Sie die jüdischen Herzen vor Verzagen und Selbstaufgabe, erinnern Sie sie daran, daß das jüdische Volk gerade im Unglück immer seine stärksten Kräfte zu erlangen vermochte! (Der Kongreß erhebt sich und bereitet dem Redner eine begeisterte Beifallskundgebung.) VIZEPRÄSIDENT JIZCHAK GRÜNBAUM übernimmt den Vorsitz. REFERAT ÜBER DIE SESSHAFTMACHUNG DEUTSCHER JUDEN IN PALÄSTINA, Dr. ARTHUR RUPPIN (Allg., A.C. — spricht deutsch): Mein Referat über die Seßhaftmachung deutscher Juden in Palästina wird Sie aus dem Höhen der Politik in die Niederungen wirtschaftlicher Erwägungen führen. Es erfüllt uns sicherlich alle, die wir seit Jahrzehnten an dem Aufbau Palästinas arbeiten, mit stolzer Genugtuung, daß unsere Arbeit, die im Anfang von so vielen Seiten belächelt wurde, das Resultat gehabt hat, daß in der größten Katastrophe, welche die Juden eines Landes in der Neuzeit getroffen hat, Palästina als der einzige Lichtpunkt erscheint. Während die anderen Länder, in welche sich früher der jüdische Auswanderungsstrom ergoß, in den letzten Jahren ihre Tore infolge der allgemeinen Wirtschaftskrisis und der ungeheuren Arbeitslosigkeit fast gänzlich geschlossen haben, ist Palästina von der Wirtschaftskrisis verschont geblieben und hat, besonders infolge jüdischer Initiative und jüdischen Kapitals, einen großen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. Es ist das einzige Land in der Welt, in dem keine Arbeitslosigkeit, sondern im Gegenteil, Mangel an Arbeitern herrscht. Es ist in der Lage, in wirtschaftlich gesunder Weise jüdische Einwanderer zu absorbieren.

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