Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 165)
- Language
- German, English, Hebrew
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Berlin, Grünbaum, Ussischkin 165 JIZCHAK GRÜNBAUM (Rad., A.C. — sf rieht hebräisch): Ich will dem, was über die Persönlichkeit und das Leben von Menachem Ussischkin hier gesagt wurde, nichts hinzufügen. Das Lied seines Lebens wird noch fortgesetzt und steigt immer höher. Und noch ist die Zeit nicht gekommen, sein Lebenslied zu singen. Es wird aber ein Tag kommen, da ein großer Dichter in Israel das Lied des Mannes singen wird, der dem Volke den Boden seiner Heimat wiedergegeben hat. In meinem Namen, im Namen meiner Freunde aus Polen und der Radikalen Zionisten will ich, ein Sohn der zweiten Generation des Zionismus, dir, Ussischkin, morenu we-rabenu, unsere große Liebe und tiefe Verehrung aussprechen, dir, dem Manne, der das Lied vom Boden Erez Israels gesungen, dem Manne, der den Boden von Erez Israel für das Volk Israel erlöst. Nur diese wenigen Worte will ich dir sagen und dir noch viele Jahrzehnte Befreiungsarbeit für unser Volk und Land wünschen, daß es dir vergönnt sein möge, unserem Volke das Land zurückzugeben, das Feinde ihm entrissen haben. Und das Lied von der Erlösung des Bodens, das du begonnen hast, soll aus deinem Munde noch lange, lange Jahre weiter klingen (Lebhafter Beifall). VORS. PRÄS. MOTZKIN (bringt folgenden Antrag zur Abstimmung): I. Der XVIII. Zionistenkongreß beglückwünscht Menachem Ussischkin zu seinem 70. Geburtstag. II. In Würdigung der unvergänglichen Verdienste, die der Jubilar sich in einer mehr als fünfzigjährigen, ununterbrochenen Arbeit für Volk, Land und Sprache erworben hat, beschließt der Kongreß eine Siedlung auf den Namen Menachem Ussischkin zu gründen. III. Der Kongreß erwartet, daß alle Teile der Zionistischen Weltorganisation es als eine Ehrenpflicht betrachten werden, die notwendigen Mittel für die Erwerbung des Bodens so rasch wie nur möglich aufzubringen. IV. Eine der Bedeutung des Anlasses würdige Aktion soll unmittelbar nach dem Kongreß in allen Ländern einsetzen. V. Der Kongreß gibt seiner Überzeugung Ausdruck, daß das ganze, an dem Aufbau Palästinas beteiligte Judentum dem hervorragenden Repräsentanten des jüdischen Renaissance-Gedankens den Tribut seiner Verehrung und Dankbarkeit durch die Errichtung dieser Siedlung zollen wird. Unter begeisterten Beifallskundgebungen werden die in der Resolution enthaltenen Vorschläge durch Akklamation angenommen. o o VORS. PRÄS. MOTZKIN: Und nun hat das Wort Freund und Genosse Ussischkin (Langandauernder, stürmischer Beifall, der Kongreß erhebt sich). M. M. USSISCHKIN (Allg., Weltw. — spricht hebräisch): Geehrter Kongreßpräsident, geehrter Präsident der Zionistischen Organisation, geehrte Gratulanten und Kongreßteilnehmer! Herzlichen Dank für diese Stunde! Es gibt vielleicht in unserem Leben auch Stunden, in denen wir nicht getrennt dasitzen, sondern geeinigt sind. Und wenn der größte Teil des Kongresses die Möglichkeit gefunden hat, sich für eine Stunde in seinen Forderungen und Ansichten zu vereinen und ich dazu Anlaß gab, so ist es schon viel für mich. Heute ist Rosch Chodesch Elul. Und dieser Tag ist für mich teuer.