Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 163)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8570-3484720- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Uri, Mossinson, Berlin 163 sein Verdienst, daß bereits damals der Grundstein zur Knesseth Israel gelegt wurde. Ebenso war auch die Lehrerorganisation seine Schöpfung. Auf Schritt und Tritt, in Erez Israel und im Galuth, finden wir die großen nationalen und zionistischen Schöpfungen Ussischkins. Und noch eines möchte ich bemerken: Ussischkin ist imstande, in unserer Phantasie die Zukunft Palästinas lebendig zu machen. Wir wundern uns dann, wie seine Prophezeiungen allmählich zur Wirklichkeit werden. Es ist ein Erlebnis, seine Reden über den Keren Kayemeth, besonders in engeren Zusammenkünften, so z. B. in Lehrerversammlungen, anzuhören. Die Schefela verbindet sich vor uns mit dem Scharon und die Linie dringt in den Emek ein und steigt zu den Gebirgen von Galiläa empor, und das ganze Land steht lebendig vor uns da. Ussischkin zwingt uns, an die Möglichkeit zu glauben. Und wir sehen wieder große Träume von Ussischkin zur Wirklichkeit werden. Ussischkin ist der Träger eines besonderen Zionismus. Die neue Generation, die innerhalb einer großen zionistischen Bewegung lebt, erfüllt von Gegensätzen und Zusammenstößen, vergißt manchmal, daß Ussischkin den Zionismus seit den ersten Tagen seines Bestehens trägt, als der Zionismus noch eine Vereinigung von Freunden war und hoch über dem Leben stand. Und darum sieht Ussischkin oft nur mit Schmerz, was jetzt in unserem Leben vorgeht. Er wurde daher zum Gewissen des Zionismus. Wir fragen uns oft: Was sagt Ussischkin dazu? Wir fragen oft: Warum schweigt Ussischkin? Wir wollen von ihm das wahre zionistische Wort hören, denn er ist der Träger der zionistischen Fahne in ihrer ursprünglichen Reinheit. Ich hatte das Vergnügen, ein Schüler Ussischkins zu sein. Ich höre, wenn man von Ussischkin als Kämpfer, Schöpfer und fleißigem Arbeiter spricht. Ich kenne aber auch einen anderen Ussischkin, den Menschen Ussischkin. Wir sprechen oft von Ussischkin als dem „eisernen Mann". Er kann oft hartnäckig sein, aber diejenigen, die ihn aus der Nähe kennen, wissen, wie weich er zu denjenigen sein kann, die ihm nahestehen und die mit ihm zusammen arbeiten. Zwei Bilder aus dem Leben Ussischkins treten in meiner Erinnerung hervor. Ich erinnere mich an eine zionistische Versammlung in Krementschug aus den ersten Jahren des Zionismus, als Ussischkin befahl, einen seiner besten Freunde aus der Versammlung zu entfernen. Und ich erinnere mich an eine zweite Tatsache aus jener Versammlung: als einer der Zionisten plötzlich zu husten begann und Blut aus seinem Munde kam, so mußte man gesehen haben, wie sich Ussischkin um ihn bemühte und ihn mit der Liebe einer Mutter pflegte. Dann versteht man den Menschen Ussischkin. Ich will dir, Ussischkin, sagen: Vergiß die Jubelfeier! Du bist nicht siebzig Jahre alt, du hast noch genug Jugendkraft und Macht! Gehe in die Bewegung hinaus und wirke dort weiter, denn dort ist dein Platz! (Lebhafter Beifall.) RABBI MEIR BERLIN (Misr., Amerika — spricht hebräisch): Ich möchte dir, Ussischkin, unserem Wegweiser und unserem Liebling, einen Glückwunsch übermitteln. Ich möchte dir meine Begrüßungen überbringen ii*