Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 158)
- Language
- German, English, Hebrew
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158 5- Kongreßsitzung: Ussischki?i-Feier Rechte der Juden und wirkte während der ganzen Jahre leidenschaftlich eifernd für die hebräische Sprache als einer der Schöpfer der hebräischen Bewegung. Nur eine Schuld hat er während der ganzen Jahre auf sich geladen: er war nicht auf dem VI. Kongreß. Damals aber war er in Palästina bei der Konferenz der palästinensischen Lehrer. Ich könnte meine Darstellung seines Wirkens bis ins Unendliche fortsetzen. Ussischkin brauchte einen eigenen Biographen, und dieser Biograph hätte an seinem Leben einen großen Stoff, einen Stoff für einen Roman. Der Zionismus ist Ussischkin zu unendlichem Dank verpflichtet. Andererseits aber hat er Ussischkin die Kraft und Energie gegeben, und so kann Ussischkin dem Zionismus dankbar sein, daß er für ihn gekämpft und für ihn so Großes geleistet hat. Wir hoffen und wünschen, daß er noch viel beitragen werde zum Leben unserer Bewegung. Was er bisher getan hat, ist nur ein kleiner Teil. Von Jahr zu Jahr steigert sich seine Kraft und seine Leistungen mehr und mehr. Die größte Leistung Ussischkins ist, was er für den Keren Kayemeth getan hat. Niemand hat den Fond so groß gemacht wie er. In Jerusalem steht ein sehr schönes Gebäude, das Gebäude des Keren Kayemeth. Wenn ich dieses Gebäude sehe, dann fühle ich darin Ussischkin in der Vollkommenheit seines Wesens, in jedem Winkel spüre ich seinen Geist. Das kleine Haus in Rechavia, das Ussischkin gehört, ist ein einfaches Haus, wie es sich für einen Zionisten ziemt. Aber die Straße heißt „Straße des Keren Kayemeth". Lieber Freund, noch ein persönliches Wort: Welche Freude ist es für mich, wenn ich auf den Kongreß komme und dich sehe! Ich spüre deine Wärme und mir ist warm. Ich fühle mich stark als Zionist. Du bist für mich ein Symbol des Zionismus. Im Namen des Kongresses und des A.C. wünsche ich dir viele glückliche Jahre. Mögest du Glück haben auf allen deinen Wegen (Langanhaltender, stürmischer Beifall; die Kongreßteilnehmer erheben sich von den Sitzen). DR. N. SOKOLOW (Präs. d. Zion. Org. — spricht hebräisch): Diesen Tag hat Gott zur Freude gemacht. Der Geburtstag Ussischkins ist für uns ein nationales Fest. Es gibt Menschen, die kein persönliches Leben haben. Ihr Leben ist ein Teil des allgemeinen Lebens des Volkes. Einer dieser Auserwählten ist der Mann, den der Zionistische Kongreß, der die Zahl Chaj trägt, heute feiert. Ich hatte das Glück, dich vor zehn Jahren zu deinem sechzigsten Geburtstage zu beglückwünschen. Seither sind zehn Jahre vergangen. Das Fest des siebzigsten Geburtstages ist nach unserer Tradition viel wichtiger; man pflegt es durch eine Feier zu begehen. Es ist das Mahl des Königs David, das wir heute feiern. Keine Kunstpause, sondern ein Augenblick, den Gott gemacht hat. Jeder würde wünschen, Ussischkin als Vierziger zu sehen. Das Wort, das Ussischkin gesprochen hat, daß nichts vor dem Willen bestehen kann, gilt jedoch für den Kalender nicht. Ussischkin ist nun einmal siebzig Jahre alt. Aber er ist in seinem Wesen wie ein Vierziger. Es gibt junge Wunderkinder, und es gibt alte Wunderkinder. Ussischkin ist ein sol-