Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 153)
- Language
- German, English, Hebrew
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Locker 153 tes hingewiesen worden ist, nämlich die außerordentliche Diskrepanz zwischen der Anzahl der Schekelzahler im Kongreßjahre und im kongreßlosen Jahre. Es ist ein ganz unnormaler Zustand, daß die Zionistische Weltorganisation in kongreßlosen Jahren sozusagen nur einen Bruchteil der Anhänger besitzt, die sie in Kongreß jähren hat. Eine weitere Abnormität ist der Abstand zwischen der Zahl der Schekelzahler und derjenigen der fest organisierten Mitglieder der zionistischen Verbände in den einzelnen Ländern. Mit diesen Problemen wird sich die Organisations-Kommission des Kongresses ernst zu beschäftigen haben. Aber wir stehen vor einem vielleicht noch schwierigeren Problem. Die schwere Zeit, in der das jüdische Volk jetzt lebt, und die gleichzeitig relative Blüte Erez Israels hat Zehntausende, ja Hunderttausende neuer Menschen in unsere Bewegung gebracht, welche bisher überhaupt keine Beziehung zu unserer Idee gehabt haben oder geradezu unsere Gegner waren. Das stellt uns vor schwere Probleme. Wie kann man diese neuen Menschen an unsere Bewegung fesseln und sie zu dauernden und vollwertigen Anhängern machen, wie kann man die Gefahr des Konjunktur - Zionismus vermeiden? RECHTE UND PFLICHTEN. Dieses Problem steht mit einem zweiten in einem engen Zusammenhang, mit dem Problem der Einheitlichkeit und Disziplin innerhalb der zionistischen Bewegung. Nach unserem Statut ist der Schekel jenes Dokument, durch welches ein Jude in die Zionistische Organisation eintritt und in ihr Bürgerrechte gewinnt. Aber es ist nicht normal, daß diese Rechte durch einen einseitigen Entschluß erworben werden, daß man in eine Organisation, die politische Rechte gewährt, Volksgelder verwaltet und die schwere Aufgabe hat, Erez Israel aufzubauen, eintritt, ohne sämtliche Pflichten auf sich zu nehmen, daß man heute Mitglied der Organisation ist, morgen ihr den Scheidebrief vor die Füße wirft, die Delegiertenkarte zerreißt und die Zionistische Organisation als schädlich und verräterisch beschimpft, übermorgen wieder zurückkommt — und was überübermorgen sein wird, weiß man noch nicht. Dies ist ein unmöglicher Zustand. Schon die frühere Exekutive hat sich mit der Frage der Disziplin, insbesondere im Zusammenhang mit unserer Außenpolitik, zu beschäftigen gehabt. Das A.C. hat im Juli 1930 klare Beschlüsse angenommen, welche die politische Prärogative der Zionistischen Exekutive sichern und verhindern sollten, daß irgendeine Gruppe eine selbständige, von niemandem kontrollierte Außenpolitik neben oder gar gegen die Politik der Zionistischen Organisation führe. Leider hat das A.C. im Jahre 1930 bloß Beschlüsse angenommen, aber es hat keine disziplinären Mittel geschaffen, welche deren Durchführung sichern könnten. Es ist nicht möglich, daß eine Organisation, welche einerseits auf Freiwilligkeit aufgebaut ist und andererseits staatliche Funktionen zu erfüllen hat, auf dieses Minimum von Disziplin innerhalb der Organisation verzichten kann. Es ist unsinnig, daß eine Gruppe von der einen Seite innerhalb der Zionistischen Organisation alle Rechte genießt, un-