Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 150)
- Language
- German, English, Hebrew
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150 j, Kongreßsitzung: Referat über Keren Hafessod Zukunft des Keren Hajessod und des Keren Kayemeth ist die Frage der Zukunft der Zionistischen Organisation. Wenn wir von diesem Kongreß gereinigt und gestärkt weggehen, wenn eine neue Organisations- und Erziehungsarbeit beginnt und die Zionistische Organisation belebt wird, dann werden andere Bedingungen für die Arbeit und den Erfolg des Keren Hajessod geschaffen werden. Mit der Höhe der zionistischen Bewegung wird auch unsere Arbeit erweitert und erhöht werden. Der Kongreß kann dem Keren Hajessod neue Kraft geben. Der Keren Hajessod muß wieder zum umfassenden Volksfond Palästinas gemacht werden, dessen Bedeutung und Kraft nicht abgeschwächt werden darf. In entscheidender Weise hängt die Zukunft des Keren Hajessod vom Kongreß ab. Der Kongreß muß die Ehre des Keren Hajessod in den Augen der Träger und Führer der Bewegung erneuern. Der Kongreß muß in den zionistischen Kreisen das Bewußtsein der zentralen Bedeutung des Keren Hajessod verwurzeln. Ein Zionist muß verstehen, daß die Tätigkeit für den Keren Hajessod und die Pflichterfüllung ihm gegenüber die Voraussetzung für seinen Platz und seinen Wert in der Zionistischen Bewegung ist. Von früheren Kongressen wurde der Beschluß gefaßt, daß kein Mitglied der Zionistischen Organisation ein Ehrenamt bekleiden kann, wenn er seine Pflicht für den Keren Hajessod nicht erfüllt hat. Dieser Beschluß muß in einer klaren und unzweideutigen Weise bestätigt und es muß dafür gesorgt werden, daß er nicht umgangen werden kann. Angefangen von dem bescheidenen Ehrenamt in einem zionistischen Verein und von den Vertretungen der Zionistischen Organisation in Regierung und Stadtverwaltung, in jüdischen öffentlichen Institutionen und endend mit den höchsten Instanzen der Zionistischen Organisation bis zu dem Wahlrecht zum Kongreß muß die Übertragung jedes Amtes abhängig sein von der Erfüllung der Keren-Hajessod-Pflichten. Und dem Anwärter obliegt der Nachweis, daß er seine Pflicht erfüllt hat. Andererseits soll der Keren-Hajessod-Zahler neben seiner Pflicht auch ein Recht haben: Das der Mitbestimmung bei der Leitung des Aufbaues in Palästina, entsprechend den Grundsätzen, die bei der Gründung des Keren Hajessod festgelegt wurden. Wir haben diese Forderung und andere in konkreten Vorschlägen dem Kongreß zu unterbreiten und werden sie den zuständigen Kommissionen übergeben. Die Arbeit, die vor uns steht, wird ungewöhnlich schwer sein. Unser Weg war nie mit Rosen bestreut, aber er wird immer schwerer und schwerer. Wir wissen, wieviel Herzblut die Arbeit fordern wird, aber wir wissen auch, daß, je schwerer die Arbeit, desto größer die Anstrengung sein muß. Das ist der Weg unserer Bewegung, der Weg der Messiasleiden. Als hätte unser Schicksal es so gewollt. Es soll nicht eine Generation von Schwachen und Schwächlingen heranwachsen, sondern eine Generation von Starken, in Leid und Arbeit Geprüften und Geläuterten, eine Generation von Gestählten. W7ir gehen weiter in unserer Arbeit mit dem unerschütterlichen jüdischen Glauben, mit der unerschöpflichen zionistischen Energie. Das ist unser Weg (Lebhafter Beifall).