Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 147)
- Language
- German, English, Hebrew
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Jaffe 147 Keren Hajessod hätten wir die Massen der Immigranten nicht nach Palästina bringen, nicht in langen Jahren bei der Arbeitsbeschaffung helfen, für diese die Bedingungen nicht bereiten können. Ohne den Keren Hajessod hätte sich das Bildungswesen nicht entwickelt, das die jüdische nationale Schule geschaffen, das die hebräische Sprache wieder zur Sprache des Lebens gemacht hat. Wenn auch jetzt die Hauptverantwortung für das hebräische Schulwesen vom Jischuv selbst getragen wird — und hier ist ein Wort der Anerkennung am Platz für den Waad Leumi, der sich seinen Pflichten mit Ernst und Hingabe widmet — so ist doch auch jetzt noch der Keren Hajessod mit einem beträchtlichen Beitrag an der Finanzierung des Schulwerkes beteiligt und betrachtet dies auch als eine wichtige und ehrenvolle Aufgabe. Ohne die erste Hilfe des Keren Hajessod wäre das große elektrische Werk, das das Land mit Licht und elektrischer Kraft überflutet, nicht geschaffen worden. Diese Aufzählung könnte ich noch weit fortführen. Aber nicht nur in Palästina, in der ganzen Welt wirkte der Keren Hajessod befruchtend und vordringend. Wir haben eine V Olksbesteuerung geschaffen. Leider war es nicht möglich, das Prinzip des Maasser wirklich durchzusetzen, aber die Idee der Besteuerung ist vorherrschend in unseren Sammlungen geblieben. Wir haben in allen Ländern die Juden gelehrt, sich als Bürger Palästinas zu betrachten, die Steuern für ihr Volk zahlen. Und man darf nicht vergessen, daß wir unsere Volkssteuer ohne Zwangsmittel, ohne Staatshilfe erheben. Der Keren Hajessod wirkte einigend auf das ganze Judentum. Er war die neutrale Kraft, die verschiedene Gruppen und Parteien im Judentum umfaßt, die die Parteien der zionistischen Bewegung in der praktischen Arbeit vereinigt hat. Der Keren Hajessod ist in die abgelegensten, fast verdorrten und vom Volksstamme abgerissenen Zweige des Judentums eingedrungen. Überallhin hat er die Botschaft der jüdischen Renaissance, des neuen Palästina getragen und die ausstrahlende Kraft unseres Landes gebracht. Der K.H. und K.K.L. waren die einzigen Kräfte, die in dieser Zeit einer finanziellen und moralischen Krise der Organisation zionistische Propaganda- und Erziehungsarbeit im jüdischen Volke geleistet haben. Man erwartet von uns, daß wir über die Methoden und Wege unserer Arbeit sprechen. Wir wollen klar und deutlich sagen, daß wir keine neuen Formen bringen. Wir kommen nicht mit Vorschlägen einer Änderung des Systems, des Prinzips des K.H. Wir kommen nicht mit neuen Losungen für neue Sammlungen. Wir haben nur eine Losung, die immer dieselbe bleibt: Die Idee des Keren Hajessod, des nationalen Kapitals, des einen und einheitlichen Volksfonds. Die Idee des Keren Hajessod, wie sie am Anfang gedacht war und die wir durch diese schweren Jahre hindurch getragen haben, muß mit neuem Leben erfüllt werden. In den Grenzen des Keren Hajessod, nicht außerhalb des Keren Hajessod, müssen wir neue Methoden der Arbeit, eine Erweiterung und Erfrischung der Propaganda vornehmen. Die Zeit des Keren Hajessod, wie überhaupt des nationalen Kapitals, ist nicht vorüber. Vielmehr beginnt sie erst jetzt so recht eigentlich. Nie war die Notwendigkeit des nationalen Kapitals so eindeutig klar wie jetzt. Die blühende wirtschaft- 10*