Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 146)
- Language
- German, English, Hebrew
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146 Kongreßsitzung: Referat über Keren Hajessod haben unsere Arbeit erschwert. Jetzt, da Palästina wirtschaftlich aufblüht, fragt man: Wozu die Sammlungen für Palästina, wenn es dort so gut geht, wenn es dort keine Arbeitslosigkeit gibt, wenn die Regierungseinnahmen einen Überschuß aufweisen usw.? Manche sagen auch, die Zeit der Fonds sei vorbei. Das Land werde durch private Initiative und privates Kapital gebaut werden. Jeder würde etwas für sich schaffen und so werde das Land als Ganzes entwickelt. Ebenso haben die Devisensperre und die Abschaffung des Goldstandards in Südafrika und Amerika auf das Ergebnis unserer Sammlungen ungünstig gewirkt. Was die Arbeitsresultate des letzten Jahres anbelangt, so wird der Keren Hajessod, abgesehen von Amerika, annähernd die Quote der Einnahmen erreichen, die geschätzt waren. Wir haben viele Enttäuschungen erlebt, aber wir glauben trotzdem, daß nicht die Unzulänglichkeit der Arbeit daran schuld ist. Vielleicht wurde noch nie eine so angestrengte Arbeit geleistet, wie in diesen letzten zwei Jahren. In fast 60 Ländern der ganzen Welt wurde die Arbeit geführt, von den entlegenen Ländern Südamerikas, vom hohen Norden bis zu den fernen Gebieten des Pacific. Überall haben unsere Delegierten, unsere Komitees und Vertreter gearbeitet. Eine treue Schar von Arbeitern kämpfte in jedem Ort verzweifelt gegen die fast unüberwindlichen Schwierigkeiten. Hätten die Resultate der verbrauchten Energie und den Anstrengungen entsprochen, müßten sie sehr groß sein. Die Resultate sind nicht befriedigend im Verhältnis zu den Aufgaben des Aufbauwerks, aber doch bedeuten sie in der heutigen Zeit sehr viel im Verhältnis zu der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Volkes und dem Zustand der Zionistischen Organisation. Man darf nicht vergessen, daß heute viel mehr Energie angewandt werden muß, um hundert Pfund zu bekommen, als vor vier bis fünf Jahren für £500.—. Ganz anders ist der Wert des Geldes und anders seine Kaufkraft. Aber anderseits ist auch der Wert des Geldes in Palästina gestiegen im Verhältnis zu der durch unsere Sammlung zu erzielenden Leistung. Mit der gleichen Summe kann man heute mehr schaffen als vor einem Jahr. Die ersten fünf Millionen des Keren Hajessod sind fast erreicht. Tiefe Unruhe und Unzufriedenheit ergreift uns. Nicht das sollte das Resultat der letzten 13 Jahre sein, nicht so war die Antwort, die wir vom jüdischen Volk erwartet haben. Auf der anderen Seite können wir bedeutende Errungenschaften aufweisen. Überall in Palästina sieht man, wie der Keren Hajessod das Land befruchtet und seine Entwicklung möglich gemacht hat. Die zahlreichen Touristen und Gäste, die kommen und das Geschaffene mit Begeisterung und Bewunderung sehen, hätten das alles nicht gefunden, wenn die nationalen Fonds, Keren Hajessod und Keren Kayemeth, die Vorbedingungen nicht geschaffen, den Weg nicht geebnet hätten. Die private Initiative hätte keine Möglichkeit gehabt, wäre der Weg für sie nicht durch das nationale Kapital geschaffen worden. Ohne das nationale Kapital hätten wir den Emek Jesreel, den größten Teil des Scharon, Emek Akko und Wadi Chawarith nicht. Ohne das jüdische Dorf hätte die jüdische Stadt nicht ihre heutige Entwicklung erreicht. Ohne die Hilfe des