Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 145 (sequence 145)
- Language
- German, English, Hebrew
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145 Fünfte Kongreßsitzung. Mittwoch, 23. August 1933, abends. Beginn der Sitzung 21 Uhr 15 Min. Vorsite: Präs. Motzkin. PRÄSIDIALSEKR. DR. GELBER verliest den Schlüssel für die Zusammensetzung der Permanenzkommission und ersucht die Fraktionen, bis Donnerstag vormittags ihre Vertreter für dieselbe zu nominieren. DER WEG DES KEREN HAJESSOD. LEIB JAFFE (geschäftsführender Direktor des Keren Hafessod — spricht hebräisch): In dem Bericht der Exekutive an den Kongreß werden Sie eine Uebersicht über die Tätigkeit des Keren Hajessod in den letzten zwei Jahren finden. Ich möchte diesen Bericht mit einigen Worten einleiten. Die Delegierten des Kongresses, besonders unsere Freunde, welche für den Keren Hajessod gearbeitet haben, wissen, wie übermenschlich schwer die Arbeit war, wie die Schwierigkeiten und Störungen sich immer mehr häuften, so daß wirklich übermenschliche Kräfte nötig waren, um diese Hindernisse zu überwinden. Da ist vor allem die wirtschaftliche Lage in der ganzen Welt. Die Erschütterungen im wirtschaftlichen Organismus jedes Landes haben besonders schwer das jüdische Volk betroffen, das landlose, dem eine wirtschaftliche Basis fehlt. Die Verarmung des jüdischen wirtschaftlichen Lebens geht immer weiter. Die letzten Wirtschaftsquellen erschöpfen sich. Die lokalen Nöte werden immer größer. Tausende und Zehntausende von Familien leben von sozialer Hilfe, die immer knapper wird. Man kann die lokalen Institutionen, Schulen, Fürsorgeanstalten nicht erhalten. Man muß unzählige Sammlungen machen, um die Not zu lindern, um den untergehenden Anstalten zu helfen. Man sammelt zu Hause und man schickt Sammler auch nach anderen Ländern. Unter solchen Bedingungen ist unsere Arbeit ungeheuer schwer geworden. Die großen Spenden haben aufgehört. Um eine Summe zu erreichen, die wir früher von einem Spender erhielten, muß man jetzt viele Spender finden. Tausende von Spendern sind von der Oberfläche verschwunden. Viele von ihnen sind auf öffentliche Hilfe angewiesen. Unsere Arbeit mußte in einer geschwächten, zersplitterten Zionistischen Organisation getan werden. Die zionistische Organisations-, Propaganda- und Erziehungsarbeit ist in vielen Ländern vernachlässigt, in manchen existiert sie überhaupt nicht. Wie kann man eine Ernte erwarten, wenn man den Boden nicht gepflügt, besät und bewässert hat? Ein großer Teil der Energie der Zionisten wurde im Kampfe der Parteien verbraucht, im Bruderkampf. Wir sehen in unserer Arbeit, daß dort, wo die zionistische Bewegung richtig organisiert ist, wo eine lebendige Verbindung mit Palästina besteht, der Keren Hajessod Erfolg hat. Noch andere Störungen hat es gegeben, sogar die Erfolge des Aufbaues 10