Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 142

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 142 (sequence 142)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3476254-3476290--8549-3484699
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

142 4- Kongreßsitzung: Referat über Palästinawirtschaft 2. Investierungen, die von Emigranten aus ihren Privatmitteln vorgenommen werden. 3. Investitionstrust. 4. Eine Anzahl von Vorschlägen, die Kredite, die entweder mit Hilfe der Mandatarmacht oder des Völkerbundes zu bekommen wären, in Anspruch nehmen. Unter diesen ist die Möglichkeit einer Subvention durch den Colonial Development Fund und der frühere Plan einer internationalen Anleihe erwähnt. Eine gewisse Lösung des Finanzierungsproblems ist der große Zustrom des Privatkapitals nach Palästina. Trotz allem ist das bereits investierte Kapital lediglich ein Bruchteil jener Mittel, die für eine breite jüdische Einwanderung notwendig sind. Wollten wir Arlosoroffs Analyse heute anwenden, so müssen wir folgende neue Bemühungen ins Kalkül ziehen: Erstens haben wir in Palästina eine Anhäufung von etwa 6 bis 7,000.000 Pfund jüdischen Kapitals in den Banken. Ein beträchtlicher Teil dieses Kapitals kann und soll zu produktiven Investierungen verwendet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir den Besitzern günstige Investitionsmöglichkeiten vorschlagen. Dies kann zunächst durch eine Emission von Sicherheitspapieren, die auf wirtschaftlich gesunde Unternehmungen gestützt sind, erzielt werden. In solchem Falle wird der Depositär, der ein momentan brachliegendes Kapital hat, seine Finanzmittel der Entwicklung unseres Landes zuführen und dabei immer die Möglichkeit haben, seine Sicherheiten nötigenfalls in Bargeld umzutauschen. Das fordert wieder die Schaffung von besonderen finanziellen Institutionen und Apparaten, die mit Hilfe unserer Banken möglich ist, und die, hoffe ich, in der nächsten Zukunft realisiert wird. Ein zweiter Faktor von eminenter Wichtigkeit ist die beachtenswerte Größe des jüdisch-deutschen Kapitals, vorausgesetzt, daß Wege für die Liquidierung des Kapitals in Deutschland und seine Ueberführung nach Palästina in einer oder anderer Weise gefunden werden. Ohne dieses Thema näher anzuschneiden, das von Dr. Ruppin in einem besonderen Vortrag behandelt wird, möchte ich hier nur sagen, daß die finanziellen Probleme, die mit dieser Frage verbunden sind, von der Exekutive und unseren Finanzinstitutionen ernst behandelt werden. Ein dritter Faktor, der früher nicht vorgesehen werden konnte, ist das enorme Interesse für "Palästina, das wir jetzt in den verschiedenen Finanzzentren und in der City von London finden. Auch hier kann, ohne auf näheres eingehen zu wollen, gesagt werden, daß große und kräftige Finanzinstitutionen mit uns auf ihre eigene Initiative in Verhandlungen stehen zwecks größerer Kapitalsinvestierung in Palästina. Das ist bestimmt ein günstiger Faktor, man kann jedoch nicht sagen, daß er keine Schattenseiten hätte. Indem wir jegliche finanzielle Mitarbeit willkommen heißen, müssen wir doch betonen, daß es aus selbstverständlichen Gründen wichtig ist, daß große jüdische Unternehmungen in Palästina zum größten Teil mit jüdischem Kapital finanziert werden. Es ist also wichtig, unsere alten Pläne durchzuführen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.