Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 141)
- Language
- German, English, Hebrew
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Neumann 141 Den geringsten nationalen Wert haben jene, die weder Kapital, Muskeln, noch fachmännische Schulung haben, um für die Einwanderung qualifiziert zu sein. Was ich hier vorschlage, ist keinesfalls die Unterdrückung oder Reduzierung der Anzahl der Chaluzimmigranten, sondern lediglich die Erweiterung des Chaluzbegriffes in dem Sinne, daß ohne Unterschied der politischen oder wirtschaftlichen Zugehörigkeit alle, die zur Entwicklung der nationalen Heimstätten willig oder fähig sind beizusteuern, ob Arbeitgeber oder -nehmer, als Chaluzim anerkannt werden. FINANZEN. Es ist interessant festzustellen, daß es unser unvergeßlicher Kamerad Arlosoroff war, der klar und deutlich das Verhältnis zwischen dem Kapitalzustrom und der Absorptionsmöglichkeit Palästinas sah. In einer Rede sagte er: „Ich muß immer wieder zu der Frage der Finanzen zurückkehren, da diese das Hauptproblem unserer Kolonisierungsarbeit bilden". Seine Rede am XVII. Zionistenkongreß in Basel fing er mit einer Untersuchung der Finanzprobleme unserer Aufbauarbeit an, indem er an die berühmten Diagramme von Mills anknüpfte, die die Zeit angeben, in der die jüdische Bevölkerung Palästinas der arabischen gleich an Zahl wird. In diesem Vortrag hat Arlosoroff zu beweisen versucht, daß die jüdische Immigration nach Palästina eine Funktion des jüdischen Kapitals, das produktiv angewendet wird, ist. Er stützte sich einerseits auf Ruppins, andererseits auf eigene Forschungen und kam zu dem Schluß, daß die produktive Investierung von einem Kapital von LP 150 — sei es aus öffentlichen oder privaten Mitteln — die Existenzmöglichkeit für einen Juden in Palästina schaffen könne. Er ging in seinen Ausführungen noch weiter und erklärte offen, daß wir nicht hoffen können, mit unseren öffentlichen Mitteln die jüdische Entwicklung in Palästina zu beschleunigen und daß zum größten Teil die Einwanderung von Privatmitteln abhängig ist. Die Tatsachen der letztvergangenen zwei Jahre haben eine bemerkenswerte Bestätigung von Ruppins und Arlosoroffs Formel gebracht. Verläßliche Schätzungen zeigen uns, daß im Laufe des Jahres 1932 sich die jüdischen Investierungen in Palästina auf ein Kapital von etwa 31/2 Millionen Pfund belaufen. Die neue große Immigrationswelle begann im Frühjahr 1932. Ziehen wir in Betracht den Zeitabschnitt von 12 Monaten vom März 1932 an, so finden wir auf Grund der Regierungsstatistik, daß zur gleichen Zeit etwa 20.000 Einwanderer gekommen sind, was einen Investierungsdurchschnitt per Kapital von 75 Pfund ergibt — eine den früheren Kalkulationen sehr naheliegende Zahl. Für so wichtig und entscheidend hielt Arlosoroff die Frage der Finanzen, daß er einen detaillierten Vorschlag der finanziellen Reform ausgearbeitet hat, der folgende Absätze enthält: 1. Die Verwendung von öffentlichen Mitteln ausschließlich für produktive Zwecke.