Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 140)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476290--8547-3484697- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
140 ^. Kongreßsitzung: Referat über Palästinawirtschaft man ihnen irgendwie zu Hilfe kommt. Völker und Staaten, die für die Beschleunigung ihrer industriellen Entwicklung nicht die gleichen akuten Gründe haben, tun ihr Möglichstes, um ihren jungen Industrien auf jede Weise beizustehen. Nicht selten stellt der Staat auch seine finanziellen Mittel der Industrie zur Verfügung. Große und starke Mächte schämen sich nicht, ihre Handelsmarine, deren Entwicklung aus national-politischen Gründen wichtig ist, finanziell zu unterstützen. Aus den Tatsachen, die in dem Bericht der Abteilung für Handel und Industrie zusammengefaßt sind, geht hervor, daß man in Palästina eine Anzahl von kleineren und größeren Industrieunternehmungen gründen kann, vorausgesetzt, daß man die Unterstützung und Mitarbeit des Volkes findet. Gerade eine solche Zusammenarbeit zwischen unseren öffentlichen Anstalten und dem privaten Unternehmer ist von dem Standpunkt des Schutzes jener Interessen, die für die Entwicklung unserer Nationalen Heimstätte entscheidend sind, von Bedeutung. Nur eine solche Kooperation kann effektiv wirken und die Entwicklung der Privatunternehmungen auf diese oder jene Weise kontrollieren. Im Hinblick auf unsere Erfahrungen in der Vergangenheit, auf die steten Ansprüche an unsere beschränkten Finanzmittel, schlagen wir vor, daß man automatisch, im vorhinein, eine bestimmte Summe — möge sie groß oder klein sein — für die Industrie zur Verfügung stellt. Nach einem solchen Plan müßten wir es unmöglich machen, die für die Industrie festgesetzten Gelder für andere Zwecke zu verwenden. Einer der Vorschläge wäre vielleicht, daß der Keren Hajessod oder ein anderer Fond einen gewissen Prozentsatz ihrer Einkünfte zur gemeinsamen Verfügung der Exekutive und der Anglo-Palestine-Bank stellt, zwecks Schaffung solcher Apparate, die die Entwicklung der städtischen Ansiedlung, des Handels, der Industrie und des Handwerks beschleunigen werden. EINWANDERUNG. Vor kurzem hat uns Weizmann ein Kriterium für Emigranten gegeben^ mit dem ich herzlich übereinstimme. Er sagte: „Ein unerwünschter Immigrant ist jener, der dem nächsten Steine vor die Füße legt. Ein erwünschter Immigrant ist jener, der den Pfad für den nächsten freimacht". Der Wert eines bestimmten Typus des Emigranten, strikt vom nationalen Standpunkt gesprochen, soll von der Möglichkeit der durch ihn geschaffenen wirtschaftlichen Möglichkeiten für die anderen definiert werden. Werden wir dieses Kriterium aufrichtig gebrauchen, so müssen wir unsere besondere Aufmerksamkeit Leuten schenken, die Erfahrung und fachmännische Ausbildung im Handel und in der Industrie haben, ein Kapitalsminimum mitbringen und Unternehmungen schaffen, die dem jüdischen Arbeiter Existenzmöglichkeit bieten. Die nächsten wären die geschulten Arbeiter der Industrie und Landwirtschaft, die für ihre Aufgaben entsprechend qualifiziert sind. Diese können in demselben Maße absorbiert werden, in dem von nationalen oder Privatmitteln für sie Arbeitsmöglichkeiten geschaffen werden.