Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 139)
- Language
- German, English, Hebrew
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Neumann 139 landwirtschaftlichen Entwicklung in Betracht kommen, so müssen wir uns auf folgende Aufgaben konzentrieren: a) Bodenerwerb durch den Keren Kayemeth; b) die Erweiterung und Entwicklung unserer Versuchsstationen, damit wir in der nächsten Zukunft die Möglichkeit haben, das günstigste System für Landwirtschaft, Gartenbau und Nebenindustrien zu finden, um damit die Entwicklung geschlossener Siedlungen zu beschleunigen, Siedlungen, die den Zustrom der Immigration, welcher sich jetzt lediglich der Zitruskultur zuwendet, absorbieren können; c) andere Unternehmungen zwecks Erleichterung der Bedingungen für einzelne Siedler oder Gruppen, wie z. B. Wasserinstallation für intensive Landwirtschaft, kurz alle solchen Aufgaben, die außerhalb der finanziellen Kräfte der Siedler liegen; d) die Schaffung eines für die Organisierung der Siedler notwendigen Apparates, sowohl der Arbeiter als auch des Mittelstandes, und eine entsprechende fachmännische Belehrung derselben in der Anfangszeit. D,as ist das Minimum. Selbstverständlich ist das nicht ein Programm der landwirtschaftlichen Kolonisierung; aber eine neue Kolonisation in dem Sinne, den wir in der Vergangenheit verstanden haben, muß natürlicherweise auf größere finanzielle Quellen als die, die uns jetzt oder wahrscheinlich in der nächsten Zukunft zur Verfügung stehen werden, gestützt sein und mit Hilfe und Kooperation des Staates durchgeführt werden. Die äußerst beschränkten, zu unserer Verfügung stehenden Mittel müssen mit Vorsicht und Sparsamkeit verwendet werden. Wir sollen es uns zu unserer Aufgabe machen, eher Bedingungen als Dinge zu schaffen. Nachdem wir die minimalen Anforderungen unserer landwirtschaftlichen Entwicklung erfüllt haben, können wir vor das Problem gestellt werden, wie die finanziellen Mittel, die uns eventuell zur Verfügung stehen, zu verwenden sind, und zwar im Verhältnis der landivirischamtlichen zur städtischen Ansiedlung. Sind die Schlüsse, die wir aus unserer Erfahrung gezogen haben, richtig, und bestätigen sie die Wichtigkeit unserer Industrieunternehmungen, so wäre es nicht aufrichtig, diesen Zweig unserer nationalen Wirtschaft lediglich mit Wohlwollen und ohne Taten zu behandeln. Schon vor vielen Jahren hat Ruppin die Schaffung eines Institutes zwecks Förderung der Industrie vorgeschlagen. Resolutionen wurden in diesem Sinne gefaßt. Bis heute sind diese und ähnliche Resolutionen ein totes Wort geblieben. Unsere Industrie hat sich im allgemeinen in einer merkwürdigen Lage befunden: entweder ging es ihr zu einer gewissen Zeit schlecht, und dann wurden ihre Forderungen, da man an ihrem Erfolg zweifelte, ignoriert, oder wurde in den Zeiten des Aufschwungs gesagt: „Sie brauchen doch keine Hilfe. Sie haben es ja ohnehin gut". Es ist meine Ueberzeugung, daß uns ein solches Verhältnis viel gekostet hat, und in der Zukunft noch viel kosten wird. Zwischen industriellen Unternehmungen, welche keine Existenzberechtigung haben, und solchen, deren Erfolg sicher ist, befindet sich noch ein schmaler Pfad für solche Unternehmungen, die eine Chance des Erfolges haben, vorausgesetzt, daß