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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 123

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 123 (sequence 123)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8530-3484680
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Böhm 123 DIE ZENTRALE AUFGABE. Die tatsächliche Entwicklung hat es leider mit sich gebracht, daß das nationale Kapital zwar Bedeutendes leisten, daß aber nicht erreicht werden konnte, was schon von vornherein als seine zentrale Aufgabe erkannt worden war: die nationale Kontrolle über das ganze Aufbauwerk durch ein geschlossenes System von Finanzinstituten, die unter nationaler Oberleitung stehen. Welch hohe Meinung man auch immer von der schöpferischen Kraft entfalteter Privatinitiative haben mag und so sehr wir sie zu fördern bestrebt sein müssen, so ist es dennoch klar, daß der Private, selbst wenn er von nationaler Begeisterung erfüllt ist, gar nicht die Funktion, die Fähigkeit und die Möglichkeit hat, das Gesamtinteresse des Volkes bei seiner Arbeit voll zu wahren. Dies kann nur durch eine nationale Kontrolle des ganzen Aufbauwerkes gewährleistet werden, und wir wollen trotz aller Ungunst der Zeiten niemals davon ablassen, danach zu streben, diese doch einmal in vollem Maße durchzusetzen. Das ist natürlich nur möglich, wenn entsprechend große Mittel aufgebracht werden können. Dieses „Können" liegt nicht nur in Bedingungen außer uns. Zur Aufbringung nationalen Kapitals in welcher Form immer bedarf es auch einer unermüdlichen moralischen Anstrengung aller Kreise der Bewegung. Deshalb lassen Sie mich in diesem Referat, das nicht bloß ein wirtschaftliches ist, da ich über nationale Aufgaben zu sprechen habe, darüber einige Worte sagen, die Sie aufnehmen wollen, als von einem Zionisten kommend, den keine Parteileidenschaft verblendet hat und der immer den Blick auf das Ganze gerichtet hat! Eine Geldaufbringung für nationale Aufgaben erfordert zunächst die Einsicht aller Zionisten ohne Unterschied, daß es hier um Ziele geht, die jeden, das heißt alle, angehen. Es handelt sich nicht, um es wieder zu sagen, um Sozialismus oder Gemeinwirtschaft oder Arbeiterwirtschaft gegen Privatwirtschaft und Mittelstandsförderung etc. Es handelt sich um die Schaffung der Vorbedingungen, die nötig sind, um die maximalste Zahl von Juden aller Klassen in gesunder Schichtung in Erez Israel zu verwurzeln. Es ist betrübend zu sehen, wie oft gerade Zionisten, die die baldige Erreichung der Mehrheit in Erez Israel als nächstes Ziel verkünden, gleichzeitig die Verfechter der ungehemmten, unkontrollierten Privatwirtschaft sind und für die nationalen Aufgaben in der Wirtschaft wenig übrig haben. Aber wenn auch alle Zionisten im Tiefsten überzeugt wären, daß das nationale Kapital eine überragende Rolle im Aufbauwerk spielt^ so ist der derzeitige Zustand unserer Organisation ein solcher, daß ihre Wirkungsfähigkeit äußerst geschwächt ist. Ich weiß, es nützen keine Beschwörungen. Parteileidenschaft und Machtdrang sind stärker als Vernunft und Gemeinsinn. Aber wenn wir es erleben, wie an ähnlichen Fehlern die Demokratie in der ganzen Welt zugrundegeht, dann sehe ich nur einen Ausweg: Eine Kooperation aller Gruppen in der Leitung. In so ernster Lage, wie das Judentum sich heute befindet,

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