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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 124

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 124 (sequence 124)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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124 jj.. Kongreßsitzung: Wahl des Präsidiums muß der Kampf der zionistischen Gruppen untereinander auf ein erträgliches Maß zurückgeführt werden: Es gibt nur die Alternative: Koalition oder Zerfall! Für die notwendige Einigung sind die nationalen Fonds die Wegbereiter, denn sie sind der Ausdruck der Welt Verbundenheit des Judentums für die Aufgabe der Schaffung der Heimstätte in Erez Israel. Sie sind die einzigen Mittel, die die Judenheit hat, Einfluß auf Gestaltung und Zukunft dieser seiner Heimstätte zu nehmen, sowohl im negativen Sinn der Beseitigung schädlicher Erscheinungen, als im positiven, im Bahnen der Wege. Sie sind daher die Zeugen dafür, daß der Zionismus keine Palästinawirtschaftsbewegung ist, sondern daß er die Zukunft des jüdischen Volkes baut. In diesem Bewußtsein hat sich in unserer Bewegung, an der Arbeit für sie und durch sie, auch bisher noch immer eine mehr oder minder starke Zusammenarbeit aller Gruppen herbeiführen lassen. Darüber hinaus verlangt das Ungeheure, das über unser Volk hereingebrochen ist, die vollständige Einigung und Einheit unserer Bewegung, die nur auf voller Freiwilligkeit beruhen kann. Deshalb ist eine Diktatur bei uns unmöglich, selbst wenn ihr freiwillig ein Teil der Organisierten folgen würde, weil alle Machtmittel dazu fehlen, auch den Rest unter den Befehl zu zwingen. Aber hüten wir uns andererseits, in die Fehler zu verfallen, die von der Demokratie aller Staaten begangen werden und die zu ihrem Niedergang führen: daß sich die Gruppen oder Parteien als Selbstzweck ansehen und sich an Stelle des Ganzen setzen, daß infolgedessen ihre Machtkämpfe den Inhalt des Lebens der Bewegung ausmachen, sodaß anstatt einer Integration der Kräfte eine Zerrüttung eintritt und das Gesamtinteresse nicht mehr der oberste Leitstern ist. Wir können uns diesen Luxus am wenigsten leisten, da wir keinen unzerstörbaren Staat vertreten. Nächst der Integration aller Kräfte tut das klare Bewußtsein aller Zionisten und der Leitung selbst not, das Konstruktion erfordert: Planen, Einordnen, Disziplin nach oben, aber auch Führung von oben. Dieser Führung ermangeln wir schon lange. Niemals aber wird uns ein Führer entstehen, wenn wir ihn erwählen bloß nach Parteizugehörigkeit und ihn werten oder bekämpfen werden nach dem Richtmaß von Meinungen. Im Führer muß sich unsere Idee zwingend verkörpern. Das ist das wichtigste Kriterium für ihn und ich hoffe, der Kongreß wird den Mann zum Führer wählen, von dem man sagen kann, daß er in seiner Person nach innen und außen die Idee der Renaissance des jüdischen Volkes verkörpert (Lebhafter, langanhaltender Beifall). WAHL DES PRÄSIDIUMS. VORS. PRÄS. D. ZION. ORG. SOKOLOW: Der Kongreß tritt nun an die Erfüllung einer seiner wichtigsten Aufgaben heran, nämlich an die Wahl seines Präsidiums.

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