Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 122)
- Language
- German, English, Hebrew
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122 ^. Kongreßsitzling: Referat über nationales Kapital NATIONALES KAPITAL UND KREDITBESCHAFFUNG. Aber auch in der Sphäre der privatkapitalistischen Kolonisation können die nötigen Kreditmittel nicht aus eigener Kraft beschafft werden. Die in den Orangenplantagen vergrabenen Millionen könnten zum Teil durch Hypothekenkredite gehoben und neu verwendet werden. Auf dem letzten Farmerkongreß, der anfangs Februar abgehalten worden ist, wurde von dem Plan der Gründung einer Farmer- Bank berichtet. Bezeichnend ist, daß 85% des veranschlagten Kapitals von 100.000 Pfd. von den philozionistischen Institutionen, Economic Board und Palestine Economic Corporation und der Pica beschafft werden sollen. Das ist gewiß kein „nationales" Kapital, aber auch wenn es nach gesunden ökonomischen Prinzipien verwendet werden soll, doch ebensowenig privates. Wieder zeigt es sich, daß auch die streng geschäftlichen, sicheren Anlagen in Palästina nicht vom Privatkapital allein finanziert werden können. Der Grund dafür ist kein anderer, als der oben erwähnte, daß es für Palästinawerte keinen Markt gibt. Denn daß das Privatkapital das Hypothekengeschäft an sich als gesund ansieht, ist dadurch erhärtet, daß so viele Private direkte Hypotheken auf Häuser und Plantagen geben. Ich glaube, daß auch der von den Industriellen geplanten Industriebank kein anderer Weg übrigbleiben wird, als derjenige, der bei Gründung der Farmerbank eingeschlagen werden soll. Insbesondere wird der so nötige langfristige Industriekredit nicht zu schaffen sein, ohne die Anteilnahme philozionistischen Kapitals. Aus all diesen Erwägungen geht hervor, daß nach wie vor die Schaffung des Investmenttrusts die dringliche Notwendigkeit für die Finanzierung des Palästinaaufbaues ist. Wenn einmal die Möglichkeit bestehen wird, die Papiere palästinensischer Institute jederzeit abzusetzen, zu Kursen, die laufend bekanntgemacht werden, dann wird Anlage suchendes Kapital, vor allem jenes, das heute in den Banken Palästinas in großen Summen brach liegt, solche Papiere in Menge kaufen und das Aufbauwerk in ungeahnter Weise befruchten. Auch hier kann das nationale Kapital vorangehen. Von sehr sachverständiger Seite ist ein Vorschlag gemacht worden, daß der Keren Hajessod einen nicht allzugroßen Fond für ein Kursstützungssyndikat aussetzt, zunächst für Hypothekenpfandbriefe, sodaß ein Uebernahmssyndikat gebildet werden könnte, das täglich die Kurse veröffentlicht, zu denen es die Pfandbriefe kauft und verkauft. Eine solche Gestion von Teilen der K.H.-Eingänge würde auch einer These der revisionistischen Partei entsprechen, daß der K.H. nichts direkt finanzieren, sondern als Garantiefond funktionieren soll. Die letzten Meldungen lassen übrigens hoffen, daß dieses Institut Aussichten auf Verwirklichung hat. Dies sind die nächsten Aufgaben des nationalen Kapitals, wobei die bisherigen unverändert weiter bestehen bleiben, wie sie im Referat von Arlosoroff aufgezählt worden sind.