Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 120 (sequence 120)
- Language
- German, English, Hebrew
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120 ^. Kongreßsitzimg: Referat über nationales Kapital Nach maximalen Schätzungen werden heuer 200.000 davon bepflanzt sein. Geht das Tempo so weiter wie bisher, bei Arabern und Juden, so wird in zwei bis längstens drei Jahren das ganze Areal bepflanzt sein. Der K.K.L. müßte in die Lage versetzt werden, weitere Flächen in dieser Zone zu kaufen. Denn wie immer man sich zu der Frage der Privatwirtschaft in den Pfianzungskolonien und zu der Zukunft der Orangenwirtschaft stellen mag, sicher ist, daß das Gesamtinteresse erheischt, daß eine möglichst dichte Siedlung auf der beschränkt vorhandenen Bodenfläche Platz finde. Das kann aber, wie schon gesagt^ nur gewährleistet werden auf nationalem Boden. Außerdem werden auf solchem die Siedler nicht nur Monokultur treiben, sondern daneben auch gemischte Wirtschaft zum Eigenbedarf, werden also krisenfester sein als die Monokultur treibenden Pflanzer und deren Arbeiter, soweit sie keine Hilfswirtschaften haben. Auch das wurde schon ausgeführt. Ein weiteres Gebiet, dem wir noch keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben, ist der Rügeldistrikt. Für diesen hat Agronom Weitz Vorschläge gemacht auf Grund von Obstbaumzucht auf je 10 Dunam im Rahmen von Wirtschaftseinheiten von 20 Dunam. Es wären im Bergland noch Tausende von Dunam erwerbbar. Wenn die Regierung den Fellachen in diesem Distrikt beistehen würde, die Flächen zu arrondieren und die Wirtschaften zu intensivieren, dann könnte noch ein bedeutendes Areal für Neukolonisation frei werden. Auch hier ist die Geulath Haarez eine Sache des nationalen Kapitals. SIEDLUNGSHILFE DES KEREN HAJESSOD. Wenn hier von Boden gesprochen wurde, so ist dabei gleichzeitig die Absiedlung erwähnt worden. Wenn auch in letzter Zeit ganz neue Ansiedlungsformen für Pächter des K.K.L.-Bodens sich herausgebildet haben — siehe Wadi el Chavarith — bei denen diese nur beschränkte Mittel nötig haben, die sie durch private Anleihen, Löhne für Außenarbeit u. dgl. ergänzen, so wäre eine Kolonisationsaushilfe namentlich in neuen Gebieten, für die keine Erfahrungen mit Ansiedlung nach modernen technischen Methoden vorliegen, unumgänglich notwendig. Diese zu leisten wird nach wie vor Sache des K.H. sein und bleiben. Dagegen wird der Fond, was ja schon längst und wiederholt beschlossen wurde, von den nicht direkt wirtschaftlichen Aufgaben, wie Schulen, Sanität sukzessive entlastet werden müssen. Hierfür wurde mit Uebernahme des Schulwerkes durch den Jischuv gegen einen fixen Beitrag von zunächst 40.000 Pfd. pro Jahr ein erfreulicher Anfang gemacht. Auch ist hier die Emanzipation der Arbeiterkrankenkasse von jeder Subvention zu erwähnen. Eine der wichtigsten Aufgaben,, die dem K.H. neben Immigration, Arbeit und einigen noch zu besprechenden Aktionsfeldern verbleiben wird, wird immer diese Kolonisationsaushilfe bleiben. Diese ist derjenige Teil der Siedlungsbeiträge, mit dem jene Kosten gedeckt werden, mit denen der Siedler selbst nicht belastet werden kann.