Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 117)
- Language
- German, English, Hebrew
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Böhm 117 gelegenheit einen solchen Beweis von Kurzsichtigkeit gegeben, daß wir umsomehr die Pflicht haben, die Regierung zur Erlassung ähnlicher Maßnahmen, wie sie dort vorgesehen waren, immer wieder aufzufordern. Jene Bestimmungen lauten: daß niemand Boden kaufen kann i. für mehr als 3000 Pfand, 2. der nicht nachweist, daß er selbst den Boden in Nutzung nimmt, 3. palästinensischer Bürger ist. Gemeinnützige Gesellschaften — und der KKL ist als eine solche anerkannt — waren von diesen Bestimmungen ausgenommen gewesen. Sie sehen, daß damit eine vorzügliche Lage geschaffen worden wäre. Andere Mittel liegen in der Aenderung des Steuersystems, in den Bauvorschriften, insbesondere auch seitens der Gemeinden usw. Hier kann nur auf die Literatur, insbesondere die Bücher von Granovsky, verwiesen werden. Jedenfalls: bisher ist von der Exekutive, soweit mir bekannt ist, nicht der geringste Versuch gemacht worden, auf die Regierung in diesem Sinne einzuwirken. Dieser Fehler muß schleunigst gutgemacht werden. Ob solche Vorstellungen Erfolg haben oder nicht, das liegt nicht in unserer Hand. Wir selbst aber müssen alles tun, was in unserer eigenen Macht steht, der Bodenspekulation entgegenzutreten. Hier sind zunächst zwei Mittel nicht finanzieller Natur zu erwähnen, die, richtig angewendet, durchaus nicht so wirkungslos wären, wie es den Anschein hat. Die erste ist moralischer Natur. Nicht daß ich glauben würde, daß man mit irgendwelchen Sittensprüchlein die Erwerbsgier wirklich bekämpfen könnte. Aber ich glaube, daß wenigstens bei uns selbst, den Sachwaltern und Angehörigen der Zionistischen Organisation, das KKL- Prinzip wie ein rocher de bronce dastehen müßte. Die erste Londoner These lautet: „Das Grundprinzip der zionistischen Bodenpolitik ist, den Boden, auf dem die jüdische Kolonisation erfolgt, in das Gemeineigentum des jüdischen Volkes zu überführen. Die Exekutive wird aufgefordert, alles aufzubieten, um diesen Grundsatz zur vollen Durchführung zu bringen." Was aber sehen wir inden vordersten Reihen der Vorkämpfer des Zionismus und bester Pioniere der Arbeit in Erez Israel? Als der Fall Kabani zeigte, daß die private Spekulation sich sogar nicht scheute, Boden, über den der KKL verhandelte, an sich zu reißen und den KKL im Preise zu überbieten, als sich die Erregung über die Spekulation dem ganzen Jischuv mitteilte, da schrieb einer der angesehensten Männer unserer Bewegung im „Boust nai" Nr. 45, daß das Recht des KKL kein größeres sei, als dasjenige jedes Einzelnen, der nach Palästina kommt, um Boden zu lösen. Nicht um Nationalisierung, sondern um die Erlösung des Bodens handle es sich. Das ist der Standpunkt von anno Choveve Zion, der Zeit vor der Gründimg der großen politischen Organisation Herzls, deren Erziehungsarbeit anscheinend völlig ergebnislos geblieben ist. Das zweite Mittel ist die Informierung der Einiv ändernden. Es scheint noch immer nicht gelungen zu sein, einen richtigen Beratungsdienst zu