Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 114)
- Language
- German, English, Hebrew
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114 ^. Kongreßsitzung: Referat über nationales Kapital die dem damaligen Finanz- und Wirtschaftsrat zum weiteren Studium übergeben wurde. Am 15. Kongreß, auf dem Arlosoroff die Frage der Anleihe urgierte, wurde eine Anleihekommission zum Studium der Frage gewählt, ebenso am 16. Kongreß. In der Debatte darüber kamen die beiden Vorschläge zu Wort: politische Anleihe beim Völkerbund und nationale Volksanleihe. Die Exekutive hatte damals Fühlung mit Völkerbundkreisen genommen und war auf gewisse Bedenken des britischen Schatzamtes gestoßen. In jene Zeit fallen auch die Versuche, in Amerika Geld für einen großen Investment Trust zu erlangen, die eine Zeit lang aussichtsreich waren. Dieser sollte gegen Uebernahme von Aktien und Obligationen der verschiedenen palästinensischen Institutionen eigene Obligationen ausgeben. Dieses Projekt ist von besonderer Wichtigkeit, weil es bis heute noch keinen Markt für Papiere der palästinensischen Institutionen gibt. Ausschließlich dieser Mangel ist schuld daran, daß selbst völlig sicher und gut verzinsliche Palästina-Papiere, wie z. B. Pfandbriefe der Hypothekenbank, keinen genügenden Absatz finden. Ein anderer Vorschlag, den Dr. Ruppin gleichzeitig mit mir gemacht hat, ist der, daß die Aktiven, die der KKH in den Siedlungen besitzt, die laut seinem Bericht sich derzeit auf über 800.000 Pfund belaufen, von einer eigens zu bildenden Gesellschaft übernommen werden. Der KH könnte entweder die ganzen Aktiven oder einen Teil derselben als Apports einbringen. Eine solche Gesellschaft hätte die Möglichkeit, neues Geld durch Aktien und Obligationen aufzubringen, das wieder für die Kolonisation verwendet werden könnte, z. B. dadurch, daß dem KH ein Teil der Apports in Geld abgelöst wird. Dieser Plan ist in letzter Zeit wieder erörtert worden. Eine solche Gründung hätte auch den Vorteil, daß den Siedlern als Vertragspartner nicht der Keren Hajessod gegenüberstehen würde, sondern eine weniger mit der Organisation verknüpfte Gesellschaft. Dies ist wichtig nach einer Erfahrung, die wir leider mit den Siedlern auf KKL-Böden gemacht haben. Es ist schmerzlich, dies sagen zu müssen, deshalb möge der Kongreß selbst über den Fall urteilen: Der KKL als Bodeneigentümer haftet nach den neuesten Gesetzen der Regierung für die Werko, die Grundsteuer, d. h., er muß sie für die Siedler zahlen. Bis heute erhielt er aber die betreffenden Beträge trotz der Anerkennung der Verpflichtung von den Siedlern nicht zurück. Dies läßt einen sehr trüben Ausblick auf die künftige Zahlungswilligkeit der Siedler für Pacht an den KKL und Rückzahlung an den KH zu. Gestatten Sie mir deshalb, von der Kongreßtribüne nicht nur als Referent, sondern auch als warmer Freund der Arbeitersiedlung Ihnen, den Chaverim von der Histadmth, zu sagen: Das ganze System der nationalen Fonds und der nationalen Kolonisation ist gefährdet, wenn die Siedler, die durch nationale Mittel auf nationalem Boden angesetzt worden sind, ihre Verpflichtungen, die sie anerkennen und auch leisten können, nicht erfüllen, ja, sogar Lasten, die Betriebsauslagen