Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 113)
- Language
- German, English, Hebrew
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Böhm 113 ihm, wie eingangs erläutert, nicht von vornherein zugewiesen worden, wenn man vom Erwerb der Böden für gemischte Wirtschaft durch den KKL absieht, sondern sie wurde ihm von der praktischen Entwicklung viel mehr als von theoretischen Ueberlegungen diktiert. Von vornherein war vielmehr die einmalige Aufbringung eines sehr großen Kapitals gedacht für Zwecke der Schaffung aller nötigen Hilfsinstitute. Es ist bisher nicht gelungen, die vielen großzügigen Pläne zur Schaffung eines wirklich aktionsfähigen nationalen Kapitals, die im Laufe der Jahre aufgestellt worden sind und die noch aufgezählt werden sollen, zu verwirklichen und die Aufbringung großer Mittel neben den Fonds durch eine Anleihe durchzuführen. So blieben diese allein übrig und mußten Aufgaben übernehmen, für die sie nicht geschaffen waren. Wenn daher von der Rolle des nationalen Kapitals im Aufbauwerk gesprochen werden soll, so müßte dies erst in ausreichendem Maße beschafft werden können. Wenn wir auf unsere Fonds beschränkt bleiben, so wird sich auch bei Wiederaufnahme der Eingänge kaum viel anderes machen lassen als bisher. Die Aufgabe, die Mittel für ein großes System zu beschaffen, bleibt noch immer bestehen. Deshalb sei resümiert, was an großzügigen Vorschlägen bisher produziert worden ist. Es ist ein altes Uebel unserer Organisation, daß immer wieder alles von vorne angefangen wird und schon geleistete Gedankenarbeit verpufft. Das ist in diesem Falle teilweise dadurch zu erklären, daß immer, wenn an die Verwirklichung großzügiger Finanzpläne geschritten wurde, die praktischen Hindernisse sie nicht zur Ausführung gelangen ließen. BISHERIGE PLÄNE. Im Anfang 1919 war das Aufbaubuch Ruppins mit seinem großzügigen Finanzplan und 1920 der Plan Simons erschienen, der ähnlicher Natur ist und aus den Beratungen des damaligen Londoner Advisory Councils, dem u. a. Keynes und Samuel angehört hatten, erwachsen war. Es handelt sich um nichts geringeres, als um die Schaffung einer Mantelgesellschaft oder Holding Company mit 2 Millionen Pfund Kapital, die 510/0 aller Aktien der zu gründenden Untergesellschaften (Industrie-, Agraretc. Banken) besitzen und damit die Oberleitung der ganzen Kolonisation innehaben sollte. Es kam dann der Plan Ruppins wegen Zustandebringung einer Völkerbundanleibe nach Art jener, die für die griechischen Flüchtlinge aufgenommen worden ist. Im Jahre 1923 erschien das Buch des verewigten Arlosoroff: „Die Kolonisationsfinanzen der Jewish Agency", in dem er die Aufnahme einer Anleihe von 7 bis 8 Millionen Pfund bei den jüdischen Gemeinden, philanthropischen Institutionen u. a. Organisationen gegen die Garantie der jüdischen Aktiven in Palästina und teilweise im Galuth empfahl. Aus dem Kapital sollten die einzelnen Zweckbanken gegründet, respektive bestehende erweitert werden, d. h., daß sich auch Arlosoroff in der Plankonstruktion Ruppin und Simon anschloß. Am 13. Kongreß brachte Arlosoroff eine dahingehende Resolution ein, 8