Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 109)
- Language
- German, English, Hebrew
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Böhm 109 gerade aus den nicht befestigten Schichten die Rückwanderung erfolgt. Sollte wieder eine Krise eintreten — was durchaus im Bereiche der Möglichkeit liegt, schon deshalb, weil Palästina nicht dauernd von der sich stets verschlechternden Weltlage unberührt bleiben kann und die heutige Konjunktur in Palästina als Aufbaukonjunktur noch viel mehr unberechenbare und ungewisse Momente aufweist als eine normale — so werden sich die Siedler auf KKL-Boden als viel standfester erweisen als Elemente, die mit unzureichenden Mitteln private Pflanzungen angelegt haben. Wirtschaftlich: Gering gerechnet fließen heute i1 2 bis 2 Millionen Pfund für landwirtschaftliche Produkte an Nichtjuden, arabische Landwirte, Viehimporteure usw. und das rasche Steigen der Bevölkerungszahl der Juden läßt diesen Betrag stark anwachsen. Die Tnuwa verkaufte Produkte aus jüdischen Siedlungen im Jahre 5692 um 176.00c Pfund, das ist vielleicht nur ein Zehntel des Gesamtaufwandes der Juden für solche Waren. Welch großer Raum wäre hier noch für jüdische Landwirtschaft, die nur unter Mithilfe von nationalem Kapital geschaffen werden kann! Jedenfalls ist der erste Schritt nach dieser Richtung ausschließlich von der nationalen Kolonisation getan worden. Siedlungsstatistisch: Von den 46.000 Juden, die auf dem Lande leben, sind der Tätigkeit nationalen Kapitals (worunter auch als gemeinnützig, also nicht privatwirtschaftlich orientiert das philanthropische zu rechnen ist) zunächst 10.000 bis 11.000 Menschen der nichtprivatwirtschaftlichen Vorkriegskolonisation (ICA und Zionistische Organisation) und die 8200 vom Keren Hajessod und Hilfsfonds angesiedelten, zuzurechnen. Dazu kommen aber noch alle jene, die mit Hilfe der erwähnten philozionistischen Kreditinstitute und der Pica angesiedelt worden sind. Man kann auch nicht sagen, daß gewisse private Gründungen, wie etwa Tel Mond, privat wirtschaftlichen Erwägungen ihre Entstehung verdanken. Weiters gehören hierher die etwa 12.000 Köpfe starken landwirtschaftlichen Arbeiter, die sowohl nach ihrer Ideologie als auch praktisch von der Hachschara angefangen bis zur Beistellung von Hilfswirtschaften durchaus dem nationalen Sektor zuzurechnen sind. Bedenkt man weiter, was die philozionistischen Institute auch für die privaten Siedler durch Kreditgewährung getan haben, so ergibt sich die Tatsache, die selbst sehr viele Zionisten überraschen wird, daß das Vorhandensein des überwiegendsten Teils der Bevölkerung auf dem Lande der Tätigkeit nationalen, resp. gemeinnützigen oder philozionistischen Kapitals zu danken ist. Gewiß wollen wir nicht einseitig sein und zugeben, daß durch die Ausdehnung der Orangen Pflanzungen seitens der Privatwirtschaft erst die Arbeitsgelegenheiten für Tausende jüdischer Arbeiter geschaffen wurden, aber diese jüdischen Arbeiter wären ohne nationale Ideologie und ohne das nationale Kapital nicht vorhanden. Kolonisationsstrategisch: Die philanthropische und die private Kolonisation hatten früher keine klare Linie in der Auswahl der Siedlungspunkte befolgt. Zwar hat namentlich die philanthropische in verschiedenen wichtigen Distrikten, Judäa, Samaria und Galiläa, gearbeitet,