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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 108

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 108 (sequence 108)
Language
German, English, Hebrew
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108 a. Kongreßsitzung: Referat über nationales Kapital Krieg in den alten Kolonien der Fall war, durchaus arabische Arbeit in jüdischen Siedlungen hätten, ein Zustand, der politisch, national und wirtschaftlich den Bankerott unseres Strebens bedeutet hätte, was heute, 16 Jahre nach der BalfOurdeklaration, schon offenkundig wäre. Das muß einmal mit aller Klarheit und Deutlichkeit gesagt werden, denn erinnerungsschwach, wie wir nun einmal sind, haben wir vergessen, wie die „Eroberung der Arbeit" — die in den ersten Jahrzehnten der Kolonisation, „in mehrfach wiederholten Wehen" — immer wieder gescheitert war, insbesondere 1882-83 und 1904-05, bei der ersten und bei der zweiten Alija — gelöst worden ist: die Farmen, die von der Zionistischen Organisation auf KKL-Böden seit 1908 gegründet wurden, waren die Ausbildungsstätten der ersten größeren Schicht jüdischer Arbeiter, sie waren die Geburtsstätten der Genossenschaftsbewegung, der Kvuzoth, dort wurde der dem Lande, der Besonderheit der Arbeit und des Volkes entsprechende Typus des jüdischen Landwirt-Arbeiters geboren. Erst von da ab war es ferner möglich, daß der Geist der Chaluziuth in die Diaspora drang, der nicht nur eine spezifisch jüdische Schöpfung, sondern eine solche der jüdischen Arbeiterschaft ist. Nationalpolitisch von Wichtigkeit ist natürlich auch, daß nur auf nationalem Boden die jüdische Arbeit gesichert ist. Das braucht auf einem Zionistenkongreß nicht erst erwähnt zu werden. Wenn darauf hingewiesen wird, daß in der Nachkriegskolonisation auch von Privaten die jüdische Arbeit zur Regel gemacht wurde, so begrüßen wir dieses Resultat nationaler Erziehung. Ob aber das Prinzip der jüdischen Arbeit auf privatem Boden allen Stürmen Stand halten würde, wissen wir nicht. Jedenfalls zeigen Erscheinungen bei privaten Siedlern auf PICA-Boden, daß diese nichtjüdische Arbeiter verwenden, was sie unter ökonomischem Zwang zu tun behaupten. . Sozialpolitisch: Franz Oppenheimers Theorie sieht Großgrundbesitz gegeben überall dort, wo ein Bodenbesitz größer ist als jene Fläche, die der Eigner mit Hilfe seiner Familie selbst bearbeiten kann. Nach dieser Theorie ist der größte Teil der jüdischen Pflanzungen Großgrundbesitz. Die Arbeiter leben in diesen Kolonien, wie bekannt, in bezng auf Unterkunft und sanitäre Verhältnisse in sehr schlechter Weise. Bei einer Absatzkrise, die nicht auszuschließen ist, werden sie die am meisten Betroffenen sein. Es ist schon völlig vergessen worden, daß in der Krise 1926-28 der Keren Hajessod mehr als 100.000 Pfund an Arbeitslosenunterstützung aufgewendet hat, daß dabei also das Risiko einer Konjunktur, die durch Fehldispositionen der privaten Wirtschaft und Spekulation zusammenbrach, auf die nationalen Fonds fiel. Hier war es so, wie überall in der Welt: Solange die Wirtschaft gedeiht, will sie nichts wissen vom Staat — siehe das alte Wort: „Die Wirtschaft blüht, der Staat verdorrt" — im Moment, wo sie in die Krise stürzt, soll die Gemeinschaft helfen. Die Gemeinschaft sorgt auch jetzt vor, indem sie die Arbeiter durch Hilfswirtschaften in den Kolonien befestigt. Die Krise 1926-28 hat gezeigt, daß trotz allem nationalen Enthusiasmus der Arbeiter naturgemäß

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