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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1934-01-01 · 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933 · p. Seite 107

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
Date
1934-01-01
Page
Seite 107 (sequence 107)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476290--8514-3484664
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Böhm 107 ausdehnen auf alle Aufwendungen, die nicht aus privatwirtschaftlichen Motiven oder für Zwecke des privatwirtschaftlichen Gewinnes erfolgt sind. Tun wir das, so erhalten wir ein selbst den geschulten Zionisten überraschendes Bild von der ungeheuren Leistung solchen Kapitals in unserm Werk. Dies gilt vor allem für die Landwirtschaft. Wir wollen die Bedeutung dieser Leistung kurz von verschiedenen Gesichtspunkten aus rekapitulieren: Kolonisatorisch: Wenn diese Seite erörtert wird, so wird von den Fackelträgern der privatwirtschaftlichen Tätigkeit ein heller Schein auf die blühenden Dorf Städte der alten Kolonien geworfen. In diesem findet man auch die Hauptvertreter der These von der alleinseligmachenden Privatwirtschaft. Sie und wir alle scheinen aber schon vergessen zu haben, wie diese blühenden Dörfer entstanden sind: Choveve Zion, Baron Rothschild, JCA haben sie, mit wenigen Ausnahmen wie Rechoboth u. a., nicht nur gegründet, sondern sie haben ungeheure Summen für sie aufgewendet. Auch für den Standpunkt der Kritiker zu den Kosten der zionistischen Nachkriegskolonisation ist es lehrreich, daran zu erinnern. Wir besitzen über jene Summen keine genaue Statistik. Jedenfalls wissen wir, daß 1914 bloß etwa 12.000 Juden im Lande lebten, wovon natürlich nicht alle Landwirte waren. Hiervon saßen einige hundert auf den landwirtschaftlichen Farmen der Zionistischen Organisarion, die ja auch mit nationalen Mitteln kolonisiert hat, und einige hundert auf den wenigen, auf privatwirtschaftlichem Wege entstandenen Kolonien und Achusoth. Das Gros lebte auf den JCA-Kolonien, für die Baron Rothschild nach allen überlieferten Angaben nicht weniger als 2 bis 21/2 Millionen Goldpfund aufgewendet hatte. Wohl war die Fläche dieser Kolonien sehr groß, aber bei den damals niedrigen Bodenpreisen war gewiß kaum ein Viertel oder Fünftel jenes Betrages für den Bodenkauf verwendet worden, die Hauptsumme aber für bloß etwa 10.000 Menschen, die auf dem Lande lebten. Natiqnalpolitisch: Diese ungeheuren Aufwendungen hatten aber nicht einmal bewirkt, daß das Zentralproblem des Zionismus in Palästina, die Schaffung des selbstarbeitenden jüdischen Landwirts, verwirklicht wurde, und der Mißerfolg in dieser Hinsicht war so groß, daß Achad Haam in „Ssach Hakol'4 (1912), sogar von der Unmöglichkeit sprach, eine schwer arbeitende jüdische Bauernmasse von Tausenden und Zehntausenden zu schaffen. Das hat erst die zionistische Kolonisation, die der nationalen Fonds, die 1908 eingesetzt hat und nach dem Krieg in großem Stil fortgeführt worden ist, bewirkt. Ohne sie wäre der jüdische Landwirt, der nicht bloß Pflanzer oder Pflanzungsbesitzer ist, sondern der die Produkte bäuerlicher Wirtschaft erzeugt, in Palästina nicht entstanden. Daß dies von entscheidender Wichtigkeit für den Zionismus ist, wird niemals betont (was die Einführung moderner Landwirtschaftsmethoden im Zuge dieser Kolonisation für das ganze Land bedeutet, kann hier nicht ausgeführt werden). Ohne die nationale Arbeit wäre auch nicht der landwirtschaftliche jüdische Arbeiter entstanden, ohne dessen Vorhandensein wir, wie es vor dem

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