Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 102)
- Language
- German, English, Hebrew
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102 j». Kongreßsitzung: Referat über Landwirtschaft BESCHAFFUNG VON BAUMATERIALIEN. Die Landwirtschaft war in den ersten Anfängen eine Kunst, die sich traditionell vom Vater auf den Sohn vererbte. Heute ist sie Kunst und Wissenschaft zugleich. Und ohne Forschung kommt man keinen Schritt vorwärts. Man kann nicht auf Grund von Analogien in anderen Ländern lernen, selbst nicht von jenen, die uns klimatisch ähnlich sind. Bücher einer Wissenschaft, die unter anderen Bedingungen geschaffen wurden, können nicht unser Wegweiser sein. Immer muß man die Erde selbst befragen und von ihr eine klare Antwort erwarten. . Aber die Erde gibt nicht so rasch Antwort wie etwa das Telefon. Ein Augenblick dauert bei ihr ein Jahr. Und in jedem Jahr können ihre Antworten anders sein, negativ oder positiv. Schlüsse kann man erst aus einer ganzen Folge von Jähren ziehen. Die Versttchsperiode mit Fruchtbäumen dauert noch länger. Der erste Erfolg muß nicht von Dauer sein. Vergangene Versuche können uns als Warnung für die Zukunft dienen. Wir haben einen ^ganzen Friedhof von Versuchen, die im Kampf um unsere Erhaltung „auf dem Felde der Ehre fielen'\ Die berühmten französischen Oliven gediehen in den ersten Jahren in Erez Israel sehr gut. Auch viele andere Obstbäume versprachen Erfolge, bis sich Schäden zeigten, die sie zerstörten und „aus der Front" zogen. Wie leicht ist der bekannte Rat: Versorgt die Millionenstädte mit Früh- oder Spätfrüchten! Und wie weit ist der Weg vom Wort zur Tat! Von vielen Versuchen, die die Prüfung bestanden haben, gedeihen nur wenige. Und von diesen sind nur einer oder zwei den Transportansprüchen und der Transportdauer, bis sie auf den Tisch des Konsumenten gelangen, gewachsen. Frühkartoffeln z. B. lohnt es sich nur dann nach England zu schicken, wenn sie pünktlich zu Weihnachten dort ankommen. Wer nur um eine Woche zu früh oder zu spät kommt, büßt an den Monopolpreisen ein. Lange Versuchsjahre waren auf verschiedenen Bodenarten in den verschiedenen Landesteilen nötig, um die dem Boden und dem Klima entsprechende Art zu finden, und jahrelang mußte man sich mit Transportversuchen befassen. Es gibt kein „gentlemen's agreement" zwischen den Schädlingen und dem Pflanzer für einen Waffenstillstand in den drei Monaten vor Weihnachten. Sie können die Früchte wie zum Trotz gerade dann benagen, wenn die Preise hoch sind, und sich Ruhe lassen, wenn die Preise niedrig sind. Es ist sehr schön von denen, die nach Zion zurückkehren, eine Erdfrucht zu Weihnachten nach England zu schicken und den alten Kampf der Väter zu vergessen, aber das kann nicht im Handumdrehen geschehen. Wer Erev Sabbath sich nicht mühte, dem wird kein Mahl am Sabbath bereitet. Und der Erev Sabbath ist in diesem Falle viel länger als der Sabbath. SCHAFFUNG VON BAUMEISTERN UND HANDWERKERN FÜR DEN BAU. Die Konkurrenz um den Weltmarkt gleicht einem Wettrennen. Der