Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 18 (1934) Prag, 21. August bis 4. September 1933
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 101)
- Language
- German, English, Hebrew
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Wilkansky 101 duktion gelegt werden, die imstande sind, unkonservierbare Früchte in konservierbare zu verwandeln. BESCHAFFUNG VON BAUWERKZEUGEN. Wenn wir betrachten, wie Brücken und Schiffe gebaut und wie Wege gebahnt werden, sehen wir in unserer Assoziation unbewußt bereits die gewaltigen Massen, für die sie gedacht sind. Aber die Werkzeuge und die ersten Materialien sehen wir nur vereinzelt und nicht in Verbindung mit dem Ziel, für das sie geschaffen werden. Wir sehen die Gefahr, die in einer einförmigen Volkswirtschaft liegt, und tun nichts, um jene elementaren Geräte und Werkzeuge vorzubereiten, ohne die es unmöglich ist, die vielförmigen Ernährungsquellen einer Volkswirtschaft zu schaffen. Wir murren über unsere allzu große Verbundenheit mit den Zitruspflanzungen und über den Mangel an Mitteln, diesen oder jenen Zweig einzuführen, oder darüber, daß der oder jener landwirtschaftliche Industriezweig uns fehlt. Und niemandem fällt es ein, daß die zur Schaffung einer solchen Industrie nötigen Werkzeuge noch nicht erzeugt sind, die erste Zange, mit deren Hilfe alle anderen gemacht werden. Beispiele gibt es unzählige. Nehmen wir nur einige: Solange die mediterrane Fruchtfliege im Lande herrscht, zu allen Jahreszeiten hinreichend Nahrung findet und in ihrem Flug von Frucht zu Frucht die Zitrusfrüchte gefährdet, gibt es keine Vielgestaltigkeit der Pflanzungen. Das Kuhfieber nimmt der Milchindustrie einen Teil ihrer Konkurrenzfähigkeit, ebenso eine gewisse Geflügelkrankheit. Viele Schäden treffen die Zitrusfrüchte, wenn sie noch auf dem Baume sind, und dazu kommen noch Schäden während des Transportes, welche die ursprüngliche Qualität mindern und beträchtliche Schäden verursachen. Ohne grundlegende chemische Vorstudien über die Art der Früchte in Bezug auf ihre Natur, Qualität, Verhältnis zum Boden und zum Wasser, gibt es keine Konservenindustrie und keine entsprechend entfaltungsfähige Nebenproduktion, ebenso wie kein Bau möglich ist ohne Lot und Wasserwaage. In den Augen des strengen Kritikers, der hochtrabend von der Vielgestaltigkeit der Wirtschaft spricht, wird derjenige, der nach der Ursache des Kuhfiebers forscht, wie ein Sonderling erscheinen, der sich mit abstrakten Wissenschaften befaßt und von Stall zu Stall stolpert, um Kälber für Forschungszwecke zu sammeln. Und wonach jagt der Forscher der Schädlinge: nach einer Fliege oder Mücke. Und wer seine Forschung auf Schwämme und Pilze richtet, scheint sich überhaupt nicht mit realen Dingen zu befassen. Aber all diese „Müßiggänger", die sich angeblich nur zum Schein mit Theorien befassen, sind die Schöpfer der Werkzeuge, ohne die die Errichtung einer starken Volkswirtschaft in unseren Tagen sich nicht verwirklichen läßt.